Der Wechsel in die Cloud ist vollzogen, doch nun drohen die Cloud-Kosten außer Kontrolle zu geraten? Erfahre, wie sich durch den Einsatz von der FinOps-Methode und GenAI nachhaltige und effizientere IT-Infrastrukturen gestalten lassen.
Viele Unternehmen haben den Schritt in die Cloud mit unterschiedlichen Reifegraden vollzogen – von „Lift & Shift“-Ansätzen bis hin zu neu entwickelten, cloud-nativen Architekturen gibt es eine große Bandbreite. Dadurch sind flexiblere und besser skalierbare IT-Infrastrukturen entstanden. Dabei oft aus dem Blickfeld geraten: die entstehenden Kosten.
Jetzt stehen viele Organisationen vor der Herausforderung, ihre steigenden Cloud-Ausgaben zu kontrollieren. Die FinOps Foundation fand heraus, dass sich die durchschnittlichen jährlichen Cloud-Investitionen pro Unternehmen auf 44 Millionen Dollar belaufen. Ergebnisse des KPMG Cloud Monitor 2023 zeigen zusätzlich, dass die IT-Kosten bei elf Prozent der Unternehmen durch die Cloud-Nutzung sogar in die Höhe schossen.
Das Gleichgewicht zwischen Verfügbarkeit, Leistung und Kosten
Ein Beispiel hierfür ist die Automobilindustrie, die Technologien adaptiert, wie sie auch von Netflix genutzt werden. Während Unternehmen wie der Streaming-Dienstleister die Kosten durch Skaleneffekte effizient managen können, tun sich andere schwerer, das optimale Gleichgewicht zwischen Verfügbarkeit, Kosten und Performance zu finden.
Besonders kostspielig ist dabei der Wunsch nach hoher Datenverfügbarkeit. Zwar ist das Archivieren von Daten kostengünstiger, jedoch erhöht es auch die Zugriffszeiten. Letztendlich hängt die Optimierung der eigenen Cloud-Kosten immer von den individuellen Qualitätsanforderungen und geschäftlichen Zielen ab.
Deshalb ist es umso wichtiger, bewährte Methoden zur Optimierung der Cloud-Nutzung und zur Reduktion von Verschwendung zu etablieren, wie sie in der Fertigungsindustrie oder im „klassischen“ IT-Bereich längst existieren.
Wie FinOps dabei hilft, Cloud-Kosten zu senken
Mit FinOps gibt es einen Ansatz, der sich genau auf dieses Ziel konzentriert: Die Kombination aus „Finance“ und „Operations“ beschreibt eine Reihe von Praktiken, die darauf abzielen, die finanzielle Kontrolle über die Cloud-Ausgaben zu maximieren und gleichzeitig den geschäftlichen Mehrwert zu optimieren.
FinOps legt dabei besonderen Wert auf eine erhöhte Transparenz in den Cloud-Kosten und Nutzungspraktiken, um präzise Abrechnungen, Budgetierung und Prognosen zu ermöglichen. Es handelt sich um einen operativen Rahmen und einen kulturellen Wandel, der Technologie, Finanzen und Geschäftsbetrieb zusammenbringt. In einem kollaborativen Ansatz wird das Kostenbewusstsein auf allen Ebenen geschärft und sichergestellt, dass jeder ausgegebene „Cloud-Dollar“ den größtmöglichen Nutzen bringt:
- Transparenz herstellen: Projektkosten überprüfen und für umfassende Transparenz über die Cloud-Kosten pro Projektteam sorgen.
- Kosten zuordnen: Die bei der Cloud-Nutzung entstehenden Kosten müssen klar zugeordnet werden. FinOps-Daten sollten daher stets zugänglich und aktuell sein.
- Stetige Optimierung: Regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen der Ressourcennutzung sind erforderlich, um eine Überprovisionierung zu vermeiden und gleichzeitig die geforderte Leistung zu gewährleisten.
GenAI als Treiber für Cloud-Native Excellence
Die Anwendung des FinOps-Ansatzes kann Teams unterstützen, Cloud-Kosten zu senken. Trotzdem bleiben aufwändige, manuelle und komplexe Tätigkeiten wie die detaillierte Analyse der Ressourcennutzung, das Refactoring für Cloud-native Architekturen oder die Anpassung von Deployment-Strategien regelmäßig erforderlich.
GenAI kann hier als „Supercharger“ wirken, um noch mehr Kosten einzusparen und gleichzeitig Cloud-Native Excellence zu erreichen. Dies geschieht vor allem durch die Automatisierung spezifischer FinOps-Aufgaben. Dazu gehören das kontinuierliche Analysieren, Betrachten und Bewerten der Verwendung von Infrastrukturelementen in Public-Cloud-Umgebungen.
So entfaltet GenAI seine Super Power im Rahmen des FinOps-Ansatzes
Um komplexe Cloudinfrastrukturen in Organisationen zu durchdringen, ist oft viel Man- oder Woman Power notwendig. Berater:innen müssen Systeme korrekt verstehen und benötigen im Anschluss oft mehrere Tage, um sinnvolle Vorschläge für Kostenoptimierungen zu entwerfen.
Und genau hier hat der Einsatz von GenAI großes Potenzial. Anhand von den eingesetzten Cloud-Services, deren Telemetriedaten und zugehörigen Anomalien, kann eine Anwendung wie ChatGPT konkrete Vorschläge unterbreiten, wo sich die effektivsten Hebel zur Kostensenkung befinden.
Ein wenig menschliche Unterstützung am Anfang des Prozesses hilft ChatGPT, sehr zielgerichtete Vorschläge zu unterbreiten. So geht’s: Drei gezielte Fragen an die Systemanwender:innen geben zusätzlichen Kontext für zielgenaue Optimierungsvorschläge.
Mit diesem Ansatz können Organisationen kontinuierlich – und nicht nur einmalig – ihre Systeme monitoren und somit auch stetig Kostensenkungen realisieren. Und noch besser: ChatGPT (oder eine ähnliche Anwendung) hat außerdem einen skalierenden Effekt und kann zusätzlich Vorschläge unterbreiten, wie die Lösung insgesamt verbessert werden kann.
FinOps und GenAI: Ein Dreamteam für effizientes Kostenmanagement
Wenn die Cloud-Kosten aus dem Ruder laufen, kann FinOps der Schlüssel sein, um diese zu senken und besser zu kontrollieren. Das Cloud-Finanzmanagement verbindet eine verbesserte Kosteneffizienz mit einem kulturellen Wandel, der den Betrieb vieler IT-Landschaften nachhaltiger und kostengünstiger gestalten kann.
Wird das von uns praktizierte Teamplay mit GenAI hinzugenommen, steigt der Mehrwert noch weiter. Die kontinuierliche und KI-unterstützte Analyse, basierend auf den Anforderungen der Projektteams und den Telemetriedaten der Cloud-Umgebung, spart noch mehr Kosten ein und skaliert in hohem Maß.