Welche Herausforderung im Bereich Digitalisierung von Staat und Verwaltung müssen wir jetzt angehen und was sind die nächsten Schritte?
Eine erfolgreiche Digitalisierung der Verwaltung und des Staates ist Demokratietreiber. Der Staat muss leistungsfähig sein – auch und gerade in solch kritischen Bereichen wie der Justiz. Gerade im Rechtswesen ist gleichzeitig auch digitale Souveränität entscheidend: Denn neben der Verteidigung und der Medizin ist das Rechtswesen einer der sensibelsten Bereiche eines Staates. Ein unabhängiges Rechtswesen ist auch Garant für den Rechtsstaat und damit indirekt auch für die Demokratie. Digitale Souveränität im Rechtswesen ist also unabdingbar.
Was meinen Sie, wie sehen Staat und Verwaltung in 5 oder 10 Jahren aus?
Wir sollten nicht mehr zum Arzt gehen, wenn wir Visionen haben, sondern eher dann, wenn wir keine Visionen mehr haben. Deshalb haben wir in 5 oder 10 Jahren den Staat und die Verwaltung hoffentlich auch grundlegend digitalisiert – und dies auf einem belastbaren technischen und sicheren Fundament.
Mit Fokus auf Europas digitaler Souveränität sind wir ins Machen gekommen und haben gezeigt, dass A) Deutschland ein unglaubliches Potenzial hat, was man nur wecken muss, dass B) wir dabei auch europäisch denken, von erfolgreichen Projekten anderer EU-Staaten gelernt und Digitalisierung mit europäischen Partnern umgesetzt haben, und dass C) eine durch Digitalisierung reibungsloser laufende Verwaltung für die Menschen im Land ein Demokratietreiber sein kann.
Was möchten Sie den Teilnehmern des Gipfels als Message mit auf den Weg geben?
Die Zukunft hängt auch mit von uns ab.
Deutschland und Europa können KI, wenn wir nur wollen. Wir haben ein wahnsinniges Potenzial, was in diesem Land schlummert, was wir aber auch nutzen müssen. Wenn Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft zusammenarbeiten, können wir unsere Zukunft aktiv in unserem Sinne gestalten.