Bafin-Chef warnt vor „großem Kater“ an den Finanzmärkten

Der jüngste Einbruch von Technologieaktien zeigt aus Sicht der deutschen Finanzaufsicht, wie groß das Risiko für Rückschläge ist. Banken drohen auch durch zwei andere Entwicklungen Gefahren.

Frankfurt. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin warnt vor signifikanten Korrekturen an den internationalen Finanzmärkten. In gewissen Teilen habe sich dort zuletzt „eine Art Partystimmung entwickelt“, sagte Bafin-Präsident Mark Branson am Dienstag in Frankfurt. „Und wir wissen alle: je größer die Party, desto größer der Kater danach.“

Der Einbruch von amerikanischen und europäischen Technologieaktien am Montag wegen eines günstigen KI-Sprachmodells des chinesischen Start-ups Deepseek zeige, wie verwundbar die Märkte seien, betonte Branson. Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) seien viele Akteure bisher von den bestmöglichen Entwicklungen für die Konzerne ausgegangen. „Alle in der Welt der Aufsichtsbehörden“ hätten dagegen seit Monaten „ein eher ungutes Gefühl, wie sich gewisse Bewertungen entwickelt haben“.

2024 seien die internationalen Finanzmärkte trotz einiger volatiler Phasen insgesamt stabil gewesen, erklärte die Bafin in ihrem Bericht „Risiken im Fokus“. 2025 könnten verschiedene Entwicklungen jedoch „zu Korrekturen an den Finanzmärkten führen“. Dazu zählten geopolitische Spannungen, politische Unsicherheiten, die Entwicklung von Inflation und Wirtschaftswachstum sowie die hohe Staatsverschuldung vieler Industrienationen.

Durch die Zinserhöhungen in den vergangenen Jahren seien die Finanzierungskosten gestiegen und damit auch das Ausfallrisiko höher verschuldeter Staaten, warnt die Finanzaufsicht. „Künftig könnten die Staatsanleihen der USA ebenfalls unter Druck geraten, wenn Zweifel an der Schuldentragfähigkeit entstehen.“