Resilienz & Strategie: Was bedeutet Resilienz für Sie ganz konkret – und welche strategische Entscheidung war in den letzten Jahren dafür entscheidend?
Resilienz bedeutet für mich, dass man in schwierigen Situationen hadern und straucheln darf. Um dann an den Herausforderungen zu wachsen und stärker daraus hervorzugehen. Dies wurde unterstützt durch folgenden Trend der letzten Jahre: eine bessere Fehlerkultur, dass auch Führungskräfte offener Schwierigkeiten kommunizieren, und dass die Zusammenarbeit mit Coaches kein Tabu-Thema mehr ist. Wir sollten diese Entwicklungen jedoch aktiv weiter fördern und aufpassen in diesem Bereich keine Rückschritte zu machen.
CFO-Rolle im Wandel: Welche Priorität auf der heutigen CFO-Agenda wird aus Ihrer Sicht noch immer unterschätzt?
Für mich hat das Thema Mitarbeiterwahl und -förderung einen noch höheren Stellenwert verdient. Erfahrung in einem bestimmten Bereich ist wichtig, aber hat für mich nicht die allererste Priorität. Angesichts der großen Herausforderungen und Umbrüche, die uns bevorstehen benötigen wir Talente mit dem richtigen Mindset. Dann ist es an uns sie aktiv zu fordern, fördern und coachen.
Blick nach vorn: Was wird in den nächsten Jahren über den Erfolg oder Misserfolg von CFOs entscheiden?
Im ersten Schritt ist es wichtig Wandel und Umbruch zu akzeptieren. Als zweites benötigen wir Klarheit, um unsere Teams mit auf die Reise nehmen. Zu führen heißt nicht alles zu wissen. Aber klar zu benennen, wo man steht, wo man hinwill, welche Möglichkeiten man hat und wo es noch Fragezeichen gibt. Dies gilt nicht nur für CFOs, sondern Führungskräfte im Allgemeinen. Jedoch stehen CFOs mehr denn je im Spannungsfeld zwischen Business Performance & Leadership, Governance und Digitalisierung – weswegen offene Kommunikation und starke Teams für uns wichtiger denn je sein werden.