3 Fragen an Tim Zölitz, CEO, Crypto Risk Metrics

1. Was macht Crypto Risk Metrics überhaupt – der Name ist mir bislang nicht geläufig.

Das überrascht mich nicht, da wir mit Lösungen in einer kleinen Nische der MiCA-Regulierung angefangen haben, und uns dort erst einmal einen Namen machen wollten, bevor wir werblich in Erscheinung treten. Mittlerweile setzen knapp 100 Unternehmen aus 23 Ländern auf unsere Lösungen die sowohl Whitepaper- als auch ESG-Disclosures, Markgerechtheitsprüfungen (Best-Execution) sowie Risikomanagement bei mittelbaren und unmittelbaren Investments in Kryptowerte umfasst. Zu unseren Kunden zählen Krypto-Branchengrößen wir Coinbase, Kraken, Bitstamp aber auch klassische Finanzmarktteilnehmer wie Clearstream oder aber auch die Volks- und Raiffeisenbanken.

2. Sehen Sie die MiCA-Regulierung positiv und was sind ihre Kritikpunkte?

Grundsätzlich sehen wir die MiCA sehr positiv, obgleich diese sicherlich auch noch an der ein oder anderen Stelle Schärfungsbedarfe aufweist. Das ist allerdings immer so wenn Dinge grundlegend neu gedacht werden und ist daher auch nicht schlimm, wenn man die Themen angeht.

Mit Sorge beobachte ich allerdings das manchmal doch noch sehr zurückhaltende Enforcement. Denn wenn ich erst Regeln mache, an die sich dann manche Finanzmarktteilnehmer aber dauerhaft nicht halten, diese dafür aber auch nicht adressiert werden – dann gibt es kein Level-Playing-Field innerhalb Europas und es werden die bestraft, die nach den eigentlich für alle geltenden Regeln spielen. Und das kann nicht im Sinn der eigentlich angestrebten Savings & Investment Union sein.

3. Wie sieht ihre Zukunftsprognose im Bereich Krypto aus?

Ich denke, dass es ein zunehmendes Verständnis darüber geben wird, dass die sinnvollen Regulierungsvorhaben nicht dazu da sind den Finanzmarkt zu belasten, sondern die potenziellen Investorinnen und Investoren zu schützen. Gut finde ich in diesem Zuge, dass unter anderem die Deutsche Aufsicht den mündigen Investor bzw. die mündige Investorin im Blick hat. So sagte Mark Branson in seinem Eingangsstatement zur Pressekonferenz „Risiken im Fokus“ mit Blick auf Kryptowerte: „Ich will niemandem verbieten, ins Casino zu gehen. Aber man sollte genau wissen, was man tut, wenn man sich an den Spieltisch setzt.“ Man kann also eine – in meinen Augen häufig auch gerechtfertigte – kritische Grundhaltung vernehmen, bei einer gleichzeitigen Betonung der Eigenverantwortlichkeit. Genau an dieser Stelle helfen die Whitepaper-Disclosures, weil diese als „Key-Investor-Documents“ des Kryptomarktes eben diese Funktion erfüllen sollen.