3 Fragen an Florian Jörgens, Chief Information Security Officer, Vorwerk Gruppe

1. Welche Entwicklung oder welcher Risikotreiber wird die Branche 2027 besonders prägen – und warum?

Die zunehmende Verflechtung von Cyberrisiken, künstlicher Intelligenz und persönlicher Managementverantwortung wird die Branche prägen. Cybervorfälle können heute unmittelbar den Geschäftsbetrieb, Lieferketten und Unternehmenswerte gefährden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Governance, Risikotransparenz und den Nachweis wirksamer Schutzmaßnahmen.

2. Vor welchen konkreten Herausforderungen stehen Unternehmen, Versicherer und Makler aktuell, und welche Maßnahmen sind jetzt besonders wichtig?

Unternehmen müssen regulatorische Anforderungen mit wirksamer Sicherheit und operativer Resilienz verbinden. Versicherer und Makler benötigen eine realistische Bewertung der Risiken und klare Bedingungen für den Versicherungsschutz. Entscheidend sind transparente Verantwortlichkeiten, belastbare Notfallpläne, getestete Wiederanlaufprozesse und ein enger Austausch zwischen Informationssicherheit, Management und Versicherern.

3. Was wird in der Diskussion über neue Haftungsrisiken, Versicherbarkeit und Risikotragung noch unterschätzt?

Unterschätzt wird häufig der Unterschied zwischen formaler Compliance und tatsächlicher Widerstandsfähigkeit. Entscheidend ist nicht nur, ob Schutzmaßnahmen existieren, sondern ob sie im Ernstfall funktionieren. Unternehmen müssen verstehen, welche Risiken sie reduzieren, versichern oder selbst tragen müssen. Versicherung bleibt wichtig, kann aber weder wirksame Prävention noch klare Verantwortlichkeiten ersetzen.