3 Fragen an Benedikt Hintze, Director Risk & Insurance, Prokurist, GMH Gruppe SE & Co. KG

1. Welche Entwicklung oder welcher Risikotreiber wird die Haftpflicht-, D&O- und Financial-Lines-Branche 2027 besonders prägen – und warum?

Risiken werden komplexer, gleichzeitig stehen immer mehr Daten zur Verfügung. Die Herausforderung besteht darin, daraus ein gemeinsames Risikoverständnis zu entwickeln. Unternehmen, Makler und Versicherer müssen Risiken möglichst auf derselben Datengrundlage verstehen und bewerten können. Dafür brauchen wir neben guten Daten eine gemeinsame Sprache.

2. Vor welchen konkreten Herausforderungen stehen Unternehmen, Versicherer und Makler aktuell, und welche Maßnahmen sind jetzt besonders wichtig?

Heute werden viele Risikoinformationen mehrfach erfasst, unterschiedlich strukturiert und in unterschiedlichen Formaten ausgetauscht. Das kostet Zeit und erschwert die Zusammenarbeit. Wir sollten deshalb stärker auf gemeinsame Datenstandards und offene Schnittstellen setzen, ohne bestehende Systeme ersetzen zu wollen. Entscheidend ist: Gemeinsam statt gegeneinander und vom Markt für den Markt.

3. Was wird in der aktuellen Diskussion über neue Haftungsrisiken, Versicherbarkeit und Risikotragung aus Ihrer Sicht noch unterschätzt?

Unterschätzt wird, wie wichtig ein gemeinsames Risikoverständnis für Versicherbarkeit ist. Bevor wir über Risikotransfer, Kapazitäten und Preise sprechen, sollten wir sicherstellen, dass Unternehmen, Makler und Versicherer auf derselben Datengrundlage über dasselbe Risiko sprechen.