Zukunft gestalten: HydroHub Fenne als Vorbild für die saarländische Wasserstoffwirtschaft

Interview mit dem Projektleiter des HydroHub Fenne, Dominik Waller

Das Wasserstoffprojekt HydroHub Fenne der Steag Iqony Group ist ein Leuchtturmprojekt für die Wasserstoffwirtschaft im Saarland und Umgebung. 2024 wurde es als „Important Project of European Interest“ (IPCEI) ausgezeichnet und erhielt eine Förderzusage der Europäischen Union. Wir sprachen mit dem Projektleiter Dominik Waller über den aktuellen Status, die Ziele und Herausforderungen des Projekts.

Herr Waller, geben Sie uns einen Einblick in das Projekt HydroHub Fenne im Saarland: Wo kommen Sie her? Wo stehen Sie? Was macht das Projekt besonders?

Dominik Waller: Mit dem HydroHub Fenne wollen wir die Wasserstoffwirtschaft in der traditionsreichen Industrieregion Saarland vorantreiben und gleichzeitig einen Beitrag zu einer gelingenden Energiewende leisten. Der im HydroHub Fenne erzeugte grüne Wasserstoff kann zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der saarländischen Industrie leisten. Wasserstoff aus der Region spielt dabei aufgrund der Nähe zwischen Produzenten und Abnehmern eine entscheidende Rolle.

Was genau entsteht in Fenne?

Dominik Waller: An unserem Kraftwerksstandort Völklingen-Fenne planen wir einen Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur (PEM-Elektrolyseur). Durch die Reaktion von Strom aus erneuerbaren Energien mit deionisiertem Wasser entsteht der erneuerbare Wasserstoff. Der HydroHub Fenne wird künftig mit einer Leistung von rund 50 Megawatt bis zu 8.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr erzeugen können.

Neben dem Hauptprodukt entstehen im Elektrolyse-Prozess zudem Sauerstoff und Abwärme. Perspektivisch können wir uns vorstellen, den Sauerstoff zu vermarkten und die Abwärme für die Einspeisung in das von Iqony betriebene Fernwärmenetz im Saarland nutzbar zu machen. Das zeigt: Wir denken unsere Energieprojekte zukunftsorientiert und ganzheitlich und setzen auf höchstmögliche Effizienz beim Ressourceneinsatz.

Wie ist der aktuelle Stand des Projekts und welche Herausforderungen müssen noch bewältigt werden?

Dominik Waller: Der bisherige Verlauf des Projekts ist sehr vielversprechend. Die ersten Planungen, den Standort in Fenne für die Wasserstoffproduktion zu nutzen, sind bereits 2020 gestartet. Seitdem ist viel passiert. Ein wichtiger Meilenstein war 2024 sicherlich unsere Auszeichnung als „Important Project of Common European Interest“ (IPCEI), die mit einer Förderung des Projekts durch Bundes- und Landesregierung einhergeht. Damit wurde noch einmal verdeutlicht, welche herausgehobene Stellung der HydroHub Fenne im Rahmen der sich entwickelnden Wasserstoffwirtschaft im Saarland, aber auch in Deutschland und in Europa insgesamt einnehmen kann.

Nichtsdestotrotz sind wir noch nicht am Ziel. Die finale Investitionsentscheidung steht noch aus. Eine der größten Herausforderungen, vor der jedoch aktuell alle Produzenten und Abnehmer von RFNBO-konformem (reneawble fuels of non biological origin) Wasserstoff stehen, sind die teils noch im Wandel befindlichen regulatorischen Rahmenbedingungen. Das erschwert das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage und damit den Aufbau eines Wasserstoffmarkts. Hier setzen wir darauf, dass die Politik alsbald für Verbindlichkeit und Klarheit sorgt.

Hinsichtlich der häufig diskutierten Transportinfrastruktur profitiert das Projekt von seiner Nähe zu den potenziellen Abnehmern. Durch die mögliche Umwidmung einer bereits bestehenden Pipeline-Infrastruktur ist eine erfolgreiche Realisierung des Vorhabens nur in Teilen von dem Bau einer noch zu errichtenden Wasserstofftransportinfrastruktur abhängig. Das ist ein gewichtiger Vorteil für Erzeuger wie Verbraucher unseres klimaneutralen Wasserstoffs aus Völklingen.

Größeren Handlungsbedarf sehen wir vor allem bei den rechtlichen Vorgaben zur Stromversorgung des Elektrolyseurs. Die Anforderungen an den Strom, um RFNBO-konformen Wasserstoff zu produzieren, sind für Anlagen mit einer Inbetriebnahme nach 2028 verschärft worden. Auch hier brauchen wir nun Klarheit seitens des Gesetzgebers.

Wie sehen Sie die Zukunft des Projekts und welche Rolle wird der HydroHub Fenne in der Wasserstoffwirtschaft spielen?

Dominik Waller: In Zukunft sehen wir den HydroHub Fenne als einen zentralen Baustein der Wasserstoffwirtschaft in der Industrieregion Saarland-Grand-Est-Luxemburg. Wir sind überzeugt, dass der HydroHub Fenne einen bedeutenden Beitrag zur klimaneutralen Energieerzeugung leisten und als Vorbild für weitere Wasserstoffprojekte dienen kann.

Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Projekt erfahren Sie auf der Projektwebsite: https://www.iqony.energy/standortentwicklung/projekt-hydrohub-fenne