Wir brauchen immense Mengen Wasserstoff, damit Deutschland und Europa ihre Klimaziele erreichen. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende scheitern. Die Versorgung kann nur sichergestellt werden, wenn die EU Wasserstoff auch importiert. Dafür benötigen wir eine tragfähige Infrastruktur – und zwar dringend. Ein starker Midstream-Sektor ist notwendig, damit Wasserstoff verlässlich dort ankommt, wo energieintensive Industrien und Kraftwerke ihn brauchen. Das alles wird einige Jahre dauern, in denen auch wir als Unternehmen mit großen Unsicherheiten umgehen müssen.
Deshalb denken wir bei SEFE den Aufbau des Wasserstoffsektors global vernetzt und handeln entsprechend. Ein erfolgreicher Wasserstoffhochlauf braucht internationale Handelsplätze und verlässliche Partnerschaften mit Ländern außerhalb der EU. Den ökonomischen und rechtlichen Rahmen dafür muss die Politik schaffen. Unser Beitrag – und unsere Verantwortung – als Unternehmen ist es, in diesem Rahmen die nötige Infrastruktur auf- und auszubauen.
Wir sorgen für eine direkte Anbindung der Wasserstoff-Produktionszentren an die Industriecluster. So entwickeln wir weltweit Partnerschaften, um frühzeitig kohlenstoffarmen Wasserstoff im industriellen Maßstab beziehen und die Energieversorgung in Deutschland und Europa sicherstellen zu können.
Dazu trägt auch der Gasnetzbetreiber GASCADE, ein Tochterunternehmen von WIGA bei. Als zukünftige Alleingesellschafterin der WIGA kann SEFE den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur tatkräftig vorantreiben. GASCADE ist Mitglied eines Konsortiums von 33 europäischen Unternehmen, die gemeinsam ein europaweites Wasserstoffnetz – das sogenannte EU-Hydrogen-Backbone – entwickeln. Geplant ist, frühzeitig Teile der bestehenden Gastransportinfrastruktur auf Wasserstoff umzustellen. Darüber hinaus schafft GASCADE mit der geplanten Unterwasserpipeline AquaDuctus einen neuen Transportweg für Wasserstoff aus Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee. Als zentraler Bestandteil des künftigen deutschen Wasserstoff-Kernnetzes verbindet AquaDuctus zum Beispiel den Wasserstoff-Windpark SEN-1, der nordwestlich von Helgoland liegt, mit dem deutschen Festland.
Grüner Wasserstoff wird aus erneuerbaren Energien gewonnen, die in ihrer Produktion schwanken. Wie sicher ist die Versorgung?
Da Sonnen- und Windkraft volatil sind, brauchen wir für einen erfolgreichen Markthochlauf von Wasserstoff nicht nur ein leistungsstarkes Transportnetz, sondern auch ausreichend Speicherkapazitäten. Hier kommt unser Speicherbetreiber ins Spiel. Im niedersächsischen Jemgum plant SEFE den Bau eines Wasserstoffspeichers mit einer Gesamtkapazität von etwa einer halben Terawattstunde. Wir können große Mengen Wasserstoff in Jemgum einspeichern und so Produktion und Verbrauch zeitlich entkoppeln. Das schafft Versorgungssicherheit und Flexibilität. Der Baubeginn ist für 2027, die Inbetriebnahme für 2032 geplant. Das ist ein entscheidender Baustein für die zukünftige, sichere und bedarfsgerechte Versorgung Deutschlands mit Wasserstoff.
Wie kann die Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff gelingen?
Bis ausreichend Wasserstoff zur Verfügung steht, bleibt Erdgas ein wichtiger Energieträger. Während wir den Wasserstoffmarkt aufbauen, darf die Versorgungssicherheit nicht gefährdet sein. Wir gestalten den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft aktiv mit, indem wir unser Portfolio schrittweise diversifizieren, bestehende Infrastruktur sukzessive umrüsten und neue aufbauen. In dieser Marktphase ist SEFE unverzichtbar, da wir entlang der Wertschöpfungskette tätig sind – von der internationalen Beschaffung, über Handel und Portfoliomanagement, Vertrieb und Transport bis hin zur Speicherung. Als integriertes Midstream-Energieunternehmen verfügt SEFE über 25 Prozent der Erdgas-Speicherkapazität Deutschlands, zehn Prozent der gesamten Pipelinelänge und ein diversifiziertes Beschaffungsportfolio. Das sind schon heute optimale Voraussetzungen, um Wasserstoffproduktion und -verbrauch zu verbinden. So werden wir unserem Namen gerecht: Securing Energy for Europe.