Für Unternehmen heißt das: Schon kleine Schritte wie LED-Beleuchtung, Jobfahrrad oder effizientere Maschinen verbessern das Scoring – wer zögert oder nichts tut, riskiertauf Sicht schlechtere Konditionen. Je besser die ESG-Performance der Kreditnehmer, desto günstiger das Geld für die Banken und ihre Kunden.
Was Banken und Investoren prüfen
„ESG-Risiken sind bereits heute, aber auf jeden Fall künftig, zwingender Bestandteil jeder Risikoprüfung jeder Risikoprüfung“, erklärt Kreditrisikomanager Alexander Dürr. Betrachtet werden dabei Standort- und Branchenrisiken, Emissionswerte, Energieeffizienz sowie soziale Faktoren wie Mitarbeiterbindung.
In der Praxis orientieren wir uns als Deutsche Leasing AG an einer risikorelevanzbasierten Vorgehensweise: Bei geringerem Risikogehalt und Volumen genügt meist eine Branchenanalyse und die Bewertung physischer Standortfaktoren. Bei größeren oder risikorelevanten Vorhaben erfolgt eine vertiefte Prüfung – ähnlich wie bei vielen anderen Banken. Die Schwellen sind jedoch keine gesetzlichen Vorgaben, sondern bankinterne Richtlinien. Diese können sich auch perspektivisch verändern.
Auch Baukonzepte ohne klassische Haustechnik, die lange schwer zu bewerten waren, werden zunehmend in ESG-Scorings integriert. Die Deutsche Leasing nutzt dafür ein eigenes Modell, das ökologische, soziale und Governance-Aspekte systematisch abbildet. Positiv wirken sich bereits kleine Schritte aus – von energiesparender Beleuchtung über moderne Maschinen bis hin zu Weiterbildungen der Mitarbeitenden.
ESG im Mittelstand: Pflicht oder Kür?
Für viele mittelständische Betriebe bleibt ESG eine Herausforderung. Oft fehlen personelle Ressourcen, klare Zuständigkeiten oder belastbare Daten zu Energieverbrauch, Emissionen oder sozialen Kennzahlen. Gleichzeitig steigt der Druck durch Kapitalgeber, Kundschaft und politische Vorgaben. „Wir werden künftig mehr Fragen stellen“, sagt Dürr. Unternehmen sollten vorbereitet sein – auch wenn sie (noch) nicht offiziell berichtspflichtig sind. Laut Lönnendunk ist ein pragmatisches Vorgehen entscheidend: Viele ESG-relevante Maßnahmen seien bereits vorhanden, müssten jedoch dokumentiert und gebündelt werden.
Praxisbeispiel: Eine Bäckereikette setzt ESG um
Wie ESG in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigt eine Bäckereikette: Sie installierte PV-Anlagen, modernisierte Öfen und nutzte deren Abwärme zur Filialheizung. Zusätzlich optimierte sie Logistikrouten, reduzierte den Kraftstoffverbrauch und schulte Mitarbeitende im nachhaltigen Arbeiten. Auch soziale Initiativen – etwa Lebensmittelspenden – flossen positiv in die Bewertung ein. „Das Beispiel zeigt, dass ökologische, ökonomische und soziale Maßnahmen sich gegenseitig stärken“, sagt Lönnendunk. ESG müsse nicht immer große Investitionen bedeuten – viele kleine Schritte zählen ebenfalls.
Fazit: ESG wird entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft
Zwar gibt es noch keine festen Regeln, wie stark sich ESG-Scores auf Zinsen auswirken. Doch die Richtung ist klar: Schwache ESG-Werte können zu höheren Risiken, strengeren Auflagen oder Zusatzsicherheiten führen. Gute Werte hingegen verbessern die Chancen auf attraktive Konditionen. „Ein besserer ESG-Score wird nie ein Nachteil sein“, betont Dürr.
Unternehmen, die Nachhaltigkeit vernachlässigen, gefährden nicht nur ihre Finanzierung, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit. „Wir verstehen uns als Transformationsbegleiter“, sagt Lönnendunk. Die Deutsche Leasing möchte Unternehmen auf ihrem Weg unterstützen, Herausforderungen einordnen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Oder wie Dürr formuliert: „Nachhaltigkeit stärkt die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells – und damit die Zukunft jedes Unternehmens.“