Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Energiewirtschaft vom 28.08.2025
Trinkwasser kommt aus dem Hahn: sauber, gesund und ausreichend verfügbar. Was in großen Teilen von Mitteleuropa selbstverständlich ist, wird im Zuge des Klimawandels zur Herausforderung. Einblicke in die sichere Wasserversorgung für morgen.
Am Tag klettert das Thermometer über die 35-Grad-Marke. Die Nächte bieten mit Werten zwischen 20 und 25 Grad Celsius nur wenig Erleichterung. Solche Hitzerekorde sind im Sommer in vielen Großstädten zur Normalität geworden – und nicht alle Auswirkungen sind offensichtlich: Wenn sich in dicht bebauten Stadtteilen die Flächen aus Beton, Stein und Asphalt stark erwärmen, steigt auch die Temperatur des Trinkwassers, das durch unterirdische Leitungen in die Gebäude fließt.
Das führt vorwiegend zu einem hygienischen Risiko: Legionellen. Wenn Kaltwasser dauerhaft mehr als 20 Grad Celsius warm ist, vermehren sich diese Bakterien darin, insbesondere wenn die Leitung wenig genutzt wird. Schon nach wenigen Tagen kann sich eine kritische Konzentration von Legionellen bilden. Gefährlich für die Bewohner ist dann zwar nicht das Trinken des Leitungswassers, aber das Einatmen von Wassertröpfchen (Aerosol), etwa unter der Dusche. Es kann zwei Arten von gefährlichen Erkrankungen hervorrufen: die Legionärskrankheit (Legionellose) – eine bakterielle Lungenentzündung – und das Pontiac-Fieber – eine grippeähnliche Erkrankung. Sowohl das Auftreten dieser Bakterien in Trinkwasseranlagen, ab einem bestimmten, sogenannten technischen Maßnahmenwert, als auch Erkrankungen durch Legionellen müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Mehr Aufmerksamkeit für Legionellose
Die Zahl der gemeldeten Legionellose-Fälle in Deutschland steigt seit mehreren Jahren, trotz einer zehn- bis zwanzigfachen Untererfassung dieser Infektion. Die möglichen Ursachen liegen allerdings nicht nur in eventuellen Beeinträchtigungen des Trinkwassers. Auch eine verbesserte medizinische Diagnostik der Erkrankung und eine erhöhte Sensibilität in der Bevölkerung für das Thema könnten ausschlaggebende Faktoren sein.
Dennoch gilt: Die Qualität des Trinkwassers muss aufgrund des Klimawandels noch besser geschützt werden als bisher, denn dieser ist für die Trinkwasserversorgung in mehrfacher Hinsicht ein Risiko. Legionellen vermehren sich nicht nur, wenn Kaltwasser zu warm ist. Wenn die Temperatur des Warmwassers nicht mindestens über 55 Grad Celsius liegt, finden die Bakterien darin für sie günstige Bedingungen. Für letzteres Problem ist der Klimawandel indirekt mitverantwortlich: Um Energie zu sparen und klimaschädliche Emissionen zu vermeiden, werden in Gebäuden Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien in Kombination mit dezentralen Trinkwassererwärmern bei deutlich niedrigerer Temperatur installiert. Diese Technologien sind nach heutigem Stand nicht in der Lage, das Trinkwasser warm auf die hohen geforderten und notwendigen Systemtemperaturen zu bringen. Sie bieten laut Studien des Umweltbundesamtes und des RKI keine hygienische Sicherheit.
Was sind die Lösungen, um unser Trinkwasser zu schützen? Grundsätzlich müssen die Maßnahmen zur Klimaanpassung weiter gesteigert werden, um die Erderwärmung zu begrenzen. Darüber hinaus müssen die Trinkwasserinstallationen in Gebäuden klimaresilient geplant, gebaut und betrieben werden, damit sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zuverlässig sind und hygienisch sicher funktionieren. Ziel ist es, die Wasserqualität und Versorgungssicherheit selbst bei steigenden Temperaturen, Hitzewellen und stärker wechselnden Wetterphänomenen dauerhaft zu gewährleisten.
Klimaresiliente Trinkwasserinstallationen
Fachplaner setzen klimaresiliente Trinkwasserinstallationen um, indem sie auf klar strukturierte Leitungssysteme mit möglichst kurzen Wegen und geringem Volumen achten, um Stagnation zu vermeiden. Die Dämmung aller Leitungen schützt Kaltwasser vor Erwärmung und Warmwasser vor Wärmeverlust. Wichtig ist zudem, die Leitungen für Kaltwasser in inneren Gebäudebereichen zu führen, die vor extremen Temperaturen geschützt sind, um kritische Erwärmungen zu vermeiden. Eine hydraulisch ausgeglichene Planung sorgt für gleichmäßige Durchströmung aller Entnahmestellen. Digitale Steuerung und Monitoring durch Sensorik ermöglichen zusätzlich die Überwachung der Parameter, die für die Trinkwasserqualität verantwortlich sind, und unterstützen den Betrieb der Trinkwasserinstallation. Für Warmwasser werden zirkulationsarme Systeme mit intelligenter Steuerung eingesetzt, um sowohl Hygiene als auch Energieeffizienz zu erreichen.
Die Qualität des Trinkwassers wird in Deutschland sehr genau kontrolliert. Mehr als 99 Prozent aller Proben erfüllen die Ansprüche der Trinkwasserverordnung. Die Wasserverfügbarkeit ist selbst in langen Hitzeperioden sehr hoch. Die Einführung von klimaresilienten Trinkwasseranlagen zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen trägt maßgeblich dazu bei, die Versorgung mit Trinkwasser zu sichern – auch in Zukunft.

Bild: © Valéry Kloubert (2)