The New Normal: Wie die neue Euro-7-Norm umweltfreundlichere Reifen fördert

Seit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union Anfang Mai ist klar: Die Euro-7-Abgasnorm kommt, und mit ihr eine ganze Reihe an neuen Anforderungen. Mit der neuen Norm sollen Fahrzeuge auf europäischen Straßen umweltfreundlicher und deren Gesamtemissionen weiter verringert werden. Erstmals beinhaltet die Norm auch Grenzwerte für den Reifenabrieb. Allein in Europa fallen pro Jahr 500.000 Tonnen davon an, so viel wie das Gewicht von rund 50 Pariser Eiffeltürmen. Michelin begrüßt diese Regelungen, schließlich arbeitet das Unternehmen seit Jahrzehnten daran, den Abrieb seiner Reifen Schritt für Schritt zu reduzieren. Es ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Michelin, Mobilität möglichst umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten – ganz im Sinne einer langfristig lebenswerten Welt.

Von nachhaltigen Reifen zu nachhaltiger Mobilität

Der Weg zu einer nachhaltigeren Mobilität führt auch über nachhaltigere Reifen. Allerdings gibt es auf die vermeintlich einfache Frage, was unter einem solchen Reifen verstanden wird, keine einfachen Antworten. Bei Michelin arbeiten wir deshalb mit dem Lebenszyklusansatz: Wir analysieren jede Phase im Lebenszyklus eines Reifens auf ihr Potenzial, wie Ressourcen und Material eingespart, die Nutzung optimiert, Lieferwege verkürzt oder Wertstoffe am Lebensende noch besser wiederverwertet werden können. Den größten Hebel bietet die Nutzungsphase. Sie macht insgesamt mehr als 80 Prozent des ökologischen Fußabdrucks eines Reifens aus – einschließlich des Anteils, der durch Abrieb entsteht.

Wie Michelin Reifenabrieb kontinuierlich reduziert

Wenn die neuen Grenzwerte der Euro-7-Norm vom 1. Juli 2028 an in Kraft treten, blickt Michelin auf knapp ein Vierteljahrhundert an Erfahrungen bei der Reduzierung von Reifenabrieb zurück: Bereits seit 2005 forscht das Unternehmen intensiv an der Entstehung, Zusammensetzung und den Auswirkungen von Mikropartikeln auf die Umwelt. So arbeiten die Entwickler*innen von Michelin zum Beispiel an neuen Reifenarchitekturen und innovativen Laufflächenprofilen oder an Verbundwerkstoffen mit bisher unbekannten Eigenschaften. Durch die intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit konnte Michelin beispielsweise bei zwei aktuellen Modellen den Reifenabrieb um 20 beziehungsweise 25 Prozent im Vergleich zu den Vorgängern senken.

Nachhaltigkeit und Sicherheit gehen Hand in Hand

Die Arbeit von Michelin trägt Früchte: Bei einem unabhängigen Test des ADAC[1] lagen MICHELIN Reifen mit 95 Gramm Abrieb pro 1.000 Kilometer deutlich unter dem errechneten Durchschnitt aller untersuchten Reifen von 120 Gramm. Gerade für die Elektromobilität kann das ein großer Gewinn sein. So können Elektrofahrzeuge aufgrund ihres höheren Gewichts und ihres Drehmoments zwischen 10 und 20 Prozent mehr Reifenabrieb erzeugen als Verbrenner. Diese zusätzlichen Emissionen kann Michelin aufgrund der hervorragenden Langlebigkeit seiner Produkte zumindest zum Teil kompensieren.

Reifen und Nachhaltigkeit können und müssen deshalb zusammengehen. Nur, wenn wir Nachhaltigkeit bei der Reifennutzung und in allen anderen Lebenszyklus-Phasen eines Reifens konsequent mitdenken, können wir den nächsten, großen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Mobilität machen.

Ein ausführliches Interview mit Cyrille Roget, Direktor für Wissenschafts- und Innovationskommunikation bei Michelin, über die Frage, wie Fahrzeugreifen umweltfreundlicher werden können finden Sie hier: 

https://www.michelin.de/auto/das-unternehmen-michelin-interview-cyrille-roget

[1] ADAC-Test 2022, Dem Mikroplastik auf der Spur: Weniger Reifenabrieb ist möglich