Stakeholdermanagement in der Refinanzierung: Der Schlüssel zum Erfolg

Umfeld für Refinanzierungen ist herausfordernd

Unternehmen in der DACH-Region stehen vor der Herausforderung, bis 2028 Kredite in Höhe von über 600 Milliarden Euro zu refinanzieren (Debt Refinancing Challenges in the DACH region). Der weitgehende Rückzug von Finanzierern aus bestimmten Branchen und striktere interne Kreditvergabekriterien, z.B. für Kredite an Unternehmen der Automobilindustrie, verschärfen die Situation zusätzlich. Trotz der umfangreichen Leitzinssenkungen der EZB in den letzten Monaten bleiben die Marktzinsen für längere Laufzeiten hoch, was die Refinanzierungen für Unternehmen weiter herausfordernd macht.

Stakeholdermanagement ist elementar

Refinanzierungen werden zusätzlich durch komplexere Fremdkapitalstrukturen und eine vielfältigere Stakeholder-Landschaft erschwert, die u.a. Banken, Anleihegläubiger, Avalgeber, Debt/Credit Fonds und Warenkreditversicherer umfasst. Häufig unterteilen sich diese Stakeholder-Gruppen weiter, wenn z.B. mehrere Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten emittiert wurden, mehrere Bankenkreise unterschiedliche Unternehmen in einem Konzern finanzieren oder vorhandene Sicherheiten zur Besicherung unterschiedlicher Finanzierungen verwendet werden. Da alle finanziellen Beteiligten eng in die Ausarbeitung des Refinanzierungskonzepts eingebunden werden sollten, erfordert dies ein stringentes Stakeholder Management.

Welche Erfolgsfaktoren sind zu beachten?

Damit ergeben sich folgende wesentliche Erfolgsfaktoren für die Refinanzierung:

  • Regelmäßiger Austausch und aktive Pflege der Beziehungen mit den Finanzierern, um deren Bedürfnisse für den Finanzierungsprozess und die Erfolgsfaktoren für die Refinanzierung zu verstehen und die anschließenden Maßnahmen entsprechend zu priorisieren
  • Schaffung vollständiger Transparenz über die Situation des Unternehmens sowie Sicherstellung eines einheitlichen Informationsstands gegenüber den Stakeholdern, um Vertrauen aufzubauen
  • Erlangung eines detaillierten Verständnisses über Ausgangssituation, Erwartungen und Entscheidungsspielräume der einzelnen finanziellen Stakeholder
  • Erstellung eines realistischen („bankable“) Business Plans, auf den eine Refinanzierung abgestellt werden kann, sowie eine detaillierte Analyse der Schuldentragfähigkeit, der Sicherheiten und etwaiger Potenziale zur Nachbesicherung der Finanzierer
  • Stringente Umsetzung, konsequente Verfolgung und regelmäßige Überprüfung der Fortschritte der beschlossenen Refinanzierungsmaßnahmen, um bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen

Fazit

Bis 2028 müssen Unternehmen in der DACH-Region eine Welle von Refinanzierungen abarbeiten. Diese wird erschwert durch komplexe Stakeholder-Landschaften, die ein stringentes Stakeholdermanagement erforderlich machen. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind die Schaffung von Transparenz, einheitliche Informationsstände der Stakeholder, die Ausarbeitung eines realistischen und nachvollziehbaren Business Plans, auf dem die Refinanzierung abgestellt werden kann, sowie die stringente Vorbereitung und Umsetzung der Refinanzierungsmaßnahmen.