Ralph Erhard – Eraneos
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Wir befinden uns mitten in einer disruptiven Veränderung, angetrieben durch extrem schnelle technologische Entwicklungen im AI-Kontext, bei gleichzeitiger geostrategischer Unsicherheit, zunehmenden Wettbewerb und stark veränderten Kundenerwartungen in Bezug auf das Service-Erlebnis.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
Aus Kundensicht: sehr viel stärker ausgerichtet an Services und Kundenerlebnissen, die teilweise nicht mit klassischen Banken assoziiert werden, sondern eingebettet sind in umfassendere Lösungen für Kundenbedarfe. Aus Bankensicht: hoch-automatisierte, digitale Leistungserbringung einerseits, sehr starke Fokussierung auf das Management von Kundenbeziehungen andererseits.
Verraten Sie uns etwas über sich, das die Teilnehmer noch nicht wussten? Ein Kindheitstraum, ein ungewöhnliches Hobby o.ä.
Aufgrund des Berufes meines Vaters als Leiter einer Landeszentralbank bin ich im wörtlichen Sinne in einer Bank aufgewachsen bin. Daher wollte ich in meinem Berufsleben eigentlich gerade nicht mit und für Banken arbeiten, das hat aber nicht wirklich funktioniert – nach inzwischen 30 Jahren in der Beratung für Financial Services bin ich aber durchaus dankbar, dass es sich so ergeben hat.
Susanne Krehl – wealthAPI
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Um keine Kunden zu verlieren, müssen Banken eine aktive Rolle im Bereich Open Finance übernehmen und tatsächlich kundenorientierte Vermögensverwaltungslösungen anbieten. Fragen Sie einmal einen 30-Jährigen, wer ihm etwas über ETFs beigebracht hat. Es war nicht seine Bank. Das Vertrauen in Finanzdienstleister verlagert sich derzeit auf Finfluencer und KI. Banken werden immer mehr darauf reduziert, lediglich die Infrastruktur bereitzustellen. Nutzer erwarten Echtzeit-Zugriff und Portabilität. Fintechs bieten genau das, und Banken, die auf regulatorische Sicherheit warten, bevor sie handeln, werden hinter Institutionen zurückbleiben, die bereits über die entsprechende Infrastruktur verfügen. Wir müssen darüber sprechen, wie Open Finance aussieht, wenn die Regulierung hinter der Marktrealität zurückbleibt.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
KI ändert nicht, was Banking ist – sie ändert, wie schnell Informationen in Entscheidungen überführt werden können. In 10 Jahren werden automatisierte Portfolioanalysen, steueroptimierte Umschichtungen und Risikoalerts ohne manuelle Auslösung funktionieren. Aber nur dann, wenn die Datenbasis stimmt. Modelle sind nur so gut wie die Qualität und Vollständigkeit der Eingabedaten.
Verraten Sie uns etwas über sich, das die Teilnehmer noch nicht wussten? Ein Kindheitstraum, ein ungewöhnliches Hobby o.ä.
Es ist mein Hobby an ungewöhnlichen Orten zu tauchen, zB in tiefen und langen Höhlen.
Matthias Ramser – Reichmuth & Co.
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Die grössten Herausforderungen sind die erfolgreiche Integration neuer Technologien, ein anspruchsvolles regulatorisches Umfeld und die Fähigkeit, sich über echte Beratungsqualität und Investmentkompetenz zu differenzieren.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
Banken werden deutlich digitaler und KI-gestützter arbeiten. Standardprozesse werden weitgehend automatisiert, während sich Berater auf komplexe Fragestellungen konzentrieren. Erfolgreich werden Banken sein, die Technologie und menschliche Expertise optimal verbinden.
Rainer Groesser – IBM Deutschland GmbH
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Die größte Herausforderung im Banking ist aus meiner Sicht, Transformation gleichzeitig schnell, sicher und regulatorisch sauber umzusetzen. Banken müssen Effizienz steigern, ihre IT-Landschaften modernisieren, neue Technologien wie KI sinnvoll skalieren und dabei jederzeit Resilienz, Governance und Kundennutzen sicherstellen. Genau dieses Spannungsfeld aus Innovationsdruck, Kostenfokus und regulatorischer Komplexität macht die aktuelle Situation so anspruchsvoll.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
In 5 bis 10 Jahren wird Banking deutlich digitaler, intelligenter und stärker automatisiert sein. KI wird dann nicht mehr nur einzelne Prozesse unterstützen, sondern gemeinsam mit Digital Labor ganze Wertschöpfungsketten in Kundenservice, Operations, Risiko und Steuerung mitprägen. Erfolgreich werden vor allem die Banken sein, denen es gelingt, Menschen, KI und digitale Arbeitskräfte in einem leistungsfähigen und vertrauenswürdigen Betriebsmodell zusammenzubringen.
Heiner Herkenhoff – Bundesverband deutscher Banken
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Die größten Herausforderungen liegen in der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit als Voraussetzung für Wachstum, Innovation und Stabilität Deutschlands. Leistungsfähige Banken spielen eine zentrale Rolle als Finanzierer von Wirtschaft und Transformation. Dafür brauchen sie aber verlässliche und passende Rahmenbedingungen.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
Banking wird deutlich digitaler und stärker KI-getrieben sein. Kunden erwarten einfache, schnelle und sichere Prozesse sowie transparente Angebote. Auch digitale Geldformen werden sich schrittweise durchsetzen und den Zahlungsverkehr weiter verändern. Gleichzeitig spielen Banken eine zentrale Rolle bei der Finanzierung von Transformation und Innovation, wenn jetzt die richtigen Hebel schnell gesetzt werden.
Andreas Mach – msg
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Die größte Herausforderung im Banking ist aus meiner Sicht, mehrere tiefgreifende Transformationen gleichzeitig erfolgreich zu bewältigen. Banken müssen ihr Geschäftsmodell hinterfragen, um im Wettbewerb bestehen zu
können, ihre Systemlandschaft erneuern und auf technologische Entwicklungen ausrichten, die Regulierung effizient und effektiv bewältigen, das Kundenerlebnis an Digitalisierung und Vereinfachung ausrichten und die Veränderungen in der Belegschaft im Hinblick auf Fachkräftemangel und KI-Nutzung organisieren – und das bei hohem Kosten- und Margendruck.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
In fünf bis zehn Jahren wird Banking weitgehend digital, KI-gestützt und stark in den Alltag integriert sein. Viele Bankdienstleistungen werden dort stattfinden, wo der Kunde sie benötigt – oft, ohne aktiv mit einer Bank zu interagieren. Der entscheidende Wettbewerbsvorteil wird nicht mehr das Produkt sein, sondern die Fähigkeit, Daten, Technologie und Vertrauen intelligent miteinander zu verbinden.
Verraten Sie uns etwas über sich, das die Teilnehmer noch nicht wussten? Ein Kindheitstraum, ein ungewöhnliches Hobby o.ä.
Ich war immer schon von Bergen begeistert, egal ob Klettern, Wandern oder Skifahren. Die erforderliche Konzentration bei schwierigen Passagen, das Gefühl nach langer Anstrengung auf dem Gipfel angekommen zu sein oder mit Geschwindigkeit Pulverschneehänge zu befahren legt den Blick auf das Wesentliche und löst große Glücksgefühle aus. Am meisten habe ich das vor vielen Jahren verspürt, als ich in Südamerika meinen ersten und einzigen Sechstausender besteigen konnte. Das war ein ganz besonderes Erlebnis, das mich immer noch bewegt.
Simon Schneider – Sygnum
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Aus meiner Sicht stehen Banken heute vor drei zentralen Herausforderungen: Erstens die technologische Transformation. Banken müssen ihre bestehende Infrastruktur modernisieren und gleichzeitig neue Technologien wie Blockchain, Tokenisierung und KI integrieren. Die Herausforderung besteht darin, Innovation voranzutreiben, ohne Sicherheit, Stabilität oder regulatorische Anforderungen zu gefährden. Zweitens das regulatorische Umfeld. Gerade im Bereich digitaler Vermögenswerte entwickeln sich die regulatorischen Rahmenbedingungen laufend weiter. Für Banken ist es entscheidend, Innovation und Compliance miteinander zu verbinden und ihren Kunden einen sicheren sowie regulatorisch konformen Zugang zu neuen Anlageklassen zu bieten. Drittens die sich verändernden Kundenerwartungen. Kunden erwarten heute rund um die Uhr verfügbare, digitale und nahtlose Finanzdienstleistungen. Gleichzeitig wünschen sie sich die Sicherheit und das Vertrauen, das etablierte Banken bieten. Diese Kombination aus Innovation, Vertrauen und Benutzerfreundlichkeit wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
Ich bin überzeugt, dass wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine zunehmende Verschmelzung von traditionellem Banking und der digitalen Asset-Welt erleben werden. Ein großer Teil der Finanzanlagen – von Wertpapieren über Fonds bis hin zu Immobilien und anderen Real-World Assets – wird voraussichtlich tokenisiert und auf Blockchain-Infrastrukturen abgewickelt werden. Dadurch werden Prozesse effizienter, transparenter und deutlich schneller. Banken werden sich von reinen Verwahrern und Intermediären zu Orchestratoren digitaler Finanzökosysteme entwickeln. Kunden werden über eine einzige Plattform sowohl traditionelle Vermögenswerte als auch digitale Assets verwalten können. Gleichzeitig wird die Rolle von KI stark zunehmen – von der Kundenberatung über Risikomanagement bis hin zur Automatisierung von Compliance-Prozessen. Das Banking der Zukunft wird daher aus meiner Sicht digitaler, globaler und stärker programmierbar sein. Vertrauen, Regulierung und Sicherheit bleiben jedoch die zentralen Erfolgsfaktoren. Die Institute, die Innovation und Stabilität erfolgreich miteinander verbinden, werden die Gewinner dieser Entwicklung sein.
Verraten Sie uns etwas über sich, das die Teilnehmer noch nicht wussten? Ein Kindheitstraum, ein ungewöhnliches Hobby o.ä.
Ich bin ein ausgebildeter Bäcker- und Konditor und backe heute noch gerne, wenn es die Zeit zulässt.
Peter Bosek – Erste Group
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Künstliche Intelligenz wird Beratung, Prozesse und viele Dienstleistungen zunehmend automatisieren und damit traditionelle Differenzierungsmerkmale unter Druck setzen. In einer digitalen Plattformökonomie laufen Banken Gefahr, den direkten Kundenzugang an Technologieunternehmen oder KI-Agenten zu verlieren. Die zentrale Herausforderung wird daher sein, trotz zunehmender Automatisierung relevant zu bleiben – durch Vertrauen, Innovation und eine starke Marke.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
Künstliche Intelligenz wird Beratung, Prozesse und viele Dienstleistungen zunehmend automatisieren und damit traditionelle Differenzierungsmerkmale unter Druck setzen. In einer digitalen Plattformökonomie laufen Banken Gefahr, den direkten Kundenzugang an Technologieunternehmen oder KI-Agenten zu verlieren. Die zentrale Herausforderung wird daher sein, trotz zunehmender Automatisierung relevant zu bleiben – durch Vertrauen, Innovation und eine starke Marke.
Verraten Sie uns etwas über sich, das die Teilnehmer noch nicht wussten? Ein Kindheitstraum, ein ungewöhnliches Hobby o.ä.
Ich boxe seit meiner Studienzeit, während ich das Kickboxen in meiner Zeit in Estland für mich entdeckt habe. Oft kommt es aus Zeitgründen leider zu kurz.
Franz von Metzler – Bankhaus Metzler
Was sind für Sie aktuell die größten Herausforderungen im Banking?
Als Bank mit einer langfristigen Anlagephilosophie ist es für uns in einem zunehmend komplexen Marktumfeld umso wichtiger, unseren Kunden Orientierung zu geben. Tiefgreifende wirtschaftliche und geopolitische Veränderungen verlangen heute, dass man genauer unterscheidet, was tatsächlich Substanz hat und was nur von der allgemeinen Marktbewegung profitiert. Unsere Aufgabe ist es, in einem solchen Umfeld einen kühlen Kopf zu bewahren, Risiken aktiv zu steuern und Strukturbrüche früh zu erkennen, statt sich auf Gewissheiten zu verlassen, die möglicherweise nicht mehr tragen.
Was meinen Sie, wie sieht Banking in 5 oder 10 Jahren aus?
Mit Blick auf die kommenden Jahre beschäftigt mich vor allem die Frage, wie eine Branche, deren Geschäft auf Vertrauen beruht, dieses in einer zunehmend automatisierten Welt bewahren kann. Vieles, was Menschen heute tun, wird Technologie übernehmen. Das ist auch gut so, weil es Raum schafft für das, worauf es ankommt. Je digitaler die Abläufe werden, desto wertvoller wird bei der Begleitung von Kunden das, was sich nicht automatisieren lässt: das persönliche Urteil und eine Beziehung, die über Jahre oder sogar Generationen trägt. Ich bin überzeugt, dass ein Bankhaus wie das unsere auch in zehn Jahren technologisch auf der Höhe der Zeit sein muss, seinen eigentlichen Unterschied aber weiterhin im direkten Gespräch zwischen Menschen macht.
Verraten Sie uns etwas über sich, das die Teilnehmer noch nicht wussten? Ein Kindheitstraum, ein ungewöhnliches Hobby o.ä.
Leistungssport hat mich schon früh fasziniert. Zunächst vor allem durch seine Dynamik und die besonderen Persönlichkeiten einzelner Sportler. Heute interessieren mich daran vor allem andere Aspekte, etwa die Leidenschaft, mit der Menschen ihre Ziele verfolgen oder die Bedeutung guter Führung. Im Leistungssport wie in Unternehmen kommt es darauf an, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten.