Sicherheit beim Bezahlen: Das denken die Verbraucher:innen in Deutschland

Innovationen wie biometrische Zahlungsfreigaben machen das Einkaufserlebnis für Verbraucher:innen zunehmend bequemer und vereinen Komfort mit sicherem Bezahlen. Auch Technologien wie künstliche Intelligenz sorgen für mehr Sicherheit. Doch obwohl sicheres Bezahlen für viele Verbraucher:innen in Deutschland große Relevanz hat, machen sich viele beim eigenen Verhalten angreifbar – das zeigen die Ergebnisse unserer aktuellen Umfrage*.

Volker Koppe

Sicherheit hat Priorität

Sicherheit ist für Verbraucher:innen der wichtigste Aspekt beim Bezahlen (57 %) – mit weitem Abstand vor Faktoren wie Bequemlichkeit (21 %), Schnelligkeit (12 %) und Anonymität (7 %). Doch hier sehen wir auch, dass die Prioritäten sich im Generationenvergleich verschieben. Gerade den jüngeren Verbraucher:innen unter 35 Jahren ist es nach der Sicherheit (44 %) überdurchschnittlich wichtig, bequem (31 %) und schnell (17 %) zahlen zu können.

Wenn es um die Freigabe von Zahlungen geht, bieten Fingerabdruck oder PIN aus Sicht der Verbraucher:innen das beste Verhältnis von Sicherheit und Bequemlichkeit. Passwörter und Einmalcodes beurteilen sie zwar auch als sehr sicher, jedoch nur als mittelmäßig praktikabel. Die Gesichtserkennung liegt in der Wahrnehmung der Befragten dazwischen. Bei der Nutzung zeigt sich ein deutlicher Altersunterschied, denn biometrische Verfahren sind bei Verbraucher:innen unter 35 Jahren doppelt so beliebt wie bei den über 60-Jährigen (46 % vs. 23 %). Ein möglicher Grund dafür: Vor allem Verbraucher:innen über 60 Jahre sorgen sich um die Sicherheit der Daten beim Bezahlen mit dem Smartphone. Schätzt bei den Jüngeren knapp die Hälfte (48 %) mobile Zahlungen als sicher ein, sind es bei den über 60-Jährigen 27 Prozent.

Betrug passiert seltener als vermutet

Die Studienergebnisse lassen darauf schließen, dass viele Konsument:innen nicht wissen, welche Informationen bei einer Transaktion übertragen werden. Möglicherweise entspringen ihre Sicherheitsbedenken dem Mythos, dass beim Bezahlen viele persönliche Daten weitergegeben würden. So denken drei von vier Verbraucher:innen (76 %), dass bei Kartenzahlungen im Geschäft ihr Name übertragen werde. Zudem glaubt jede:r Fünfte, dass auch die eigene Adresse und die Liste der gekauften Waren übermittelt würden. Solche Falschannahmen führen womöglich dazu, dass das Risiko von Datenabgriffen als größer wahrgenommen wird, als es eigentlich ist.

In der Tat gehen die Befragten von einer Betrugsrate bei Kartenzahlungen von rund zehn Prozent aus. Die tatsächliche Betrugsrate liegt bei Visa Zahlungen auf einem historischen Tiefstand von unter 0,1 Prozent – eine der niedrigsten aller Bezahlverfahren. Dies wird unter anderem durch die Token-Technologie ermöglicht, bei der bei Online- und Mobilzahlungen anstelle der Kartennummer ein zufällig generierter Platzhalter weitergegeben wird. Mittlerweile hat Visa weltweit bereits über sechs Milliarden Token ausgegeben, die in Smartphones, Smartwatches oder bei Internethändlern gespeichert sind; und bei jeder dritten Visa Zahlung in Europa handelt es sich schon um eine Token-Transaktion.

Sicherheitsfaktor Mensch

Wir sehen zunehmend, dass Verbraucher:innen sich selbst durch einige Verhaltensweisen beim Bezahlen angreifbar machen. Im Alltag erscheint manches davon vielleicht harmlos – so hat jede:r Vierte (26 %) die eigene PIN schon einmal jemandem (wie Partner:in oder Kind) verraten. Doch ein kleiner Teil (3 %) gibt sogar zu, die Karten-PIN im Geldbeutel aufzubewahren. Wenn man bedenkt, dass über ein Viertel (27 %) den eigenen Geldbeutel schon mal verloren oder gestohlen bekommen hat, ist das ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Auch Social Engineering, bei dem Verbraucher:innen zur Herausgabe persönlicher Daten, Geheimzahlen oder Passwörter bewegt werden, nimmt zu.

Um sicheres Bezahlen jetzt und in Zukunft zu gewährleisten und Verbraucher:innen vor Betrugsversuchen zu schützen, investieren wir bei Visa fortlaufend in neue Technologien und in die Cybersicherheit unseres globalen Netzwerks. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen jedoch, dass der Mensch selbst oft einen großen Risikofaktor darstellt und weitere Aufklärung zum Thema notwendig ist. Nur so sind Verbraucher:innen beispielsweise auch vor Social Engineering bestmöglich geschützt.

* Über die Studie
In Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa hat Visa im Zeitraum Mai bis Juni 2023 mit einer repräsentativen Onlineumfrage über 1 000 Verbraucher:innen ab 18 Jahre in Deutschland zu ihrem Empfinden in Bezug auf sicheres Bezahlen befragt. Teil der Befragung waren unter anderem das Sicherheitsempfinden in Bezug auf verschiedene Bezahlarten sowie der Kenntnisstand der Verbraucher:innen zum Thema Datenübermittlung.