KI hat Schwierigkeiten beim Zählen – OpenAI offenbar auch? (Optik: Larissa Holzki | ChatGPT)
Warum das wichtig ist? KI-Fans warten seit einem Jahr auf die neue Modellgeneration GPT-5. Sie hoffen auf einen weiteren Leistungssprung, der die Künstliche Intelligenz dem menschlichen Denken noch näherbringt. Doch nun zieht OpenAI das Modell GPT-4.5 gar zurück, weil es die Erwartungen der Nutzer nicht erfüllt hat.
Eduardo Ordax, Manager bei Amazon Web Services, kommentiert auf LinkedIn ironisch: „Bei diesem Tempo werden wir GPT-2 mit ziemlicher Sicherheit noch vor Ende des Jahres in Händen halten!“
Der Rest ist schnell erzählt: Die Modellreihe 4.1 soll Anweisungen genauer befolgen, Programmieraufgaben effektiver umsetzen und längere Texte besser verarbeiten als ihre Vorgänger. Das Kontextfenster für die Eingabe von Texten soll jetzt etwa 750.000 englische Wörter umfassen. Zum Vergleich: Das sind fast so viele wie die Harry-Potter-Bände eins bis fünf zusammen enthalten. Und all das gibt es quasi im Versöhnungsangebot zum vergünstigten Preis.
Zu Leistungssprüngen wie denen, die Sarah Friar jüngst versprochen hat, könnte OpenAI sich künftig dann auch mit Zukäufen verhelfen. Die Finanzchefin hatte auf einem Tech-Gipfel in London einen agentischen Softwareingenieur angekündigt. Der solle die Arbeiten eines Entwicklers übernehmen können. Nun hieß es in anderen News, dass OpenAI den KI-Coding-Spezialisten Windsurf übernehmen will. Laut Bloomberg ist ein Kaufpreis von drei Milliarden Dollar im Gespräch – leicht finanzierbar also für den ChatGPT-Entwickler, der in einer Finanzierungsrunde gerade erst 40 Milliarden Dollar eingesammelt hat.

Sarah Friar, Finanzchefin von OpenAI (Foto: Reuters)
Und tatsächlich träumt OpenAI auch noch viel größere Akquisitionsträume. So wäre das Unternehmen an Googles Webbrowser Chrome interessiert, falls der US-Konzern im laufenden Kartellverfahren zum Verkauf gezwungen werden sollte. Das sagte Produktchef Nick Turley vor Gericht in Washington. Helfen würde es OpenAI aber auch, wenn Google seine Suchdaten mit der Konkurrenz teilen müsste. Damit könnte ChatGPT besser darauf trainiert werden, aktuelle und sachliche Antworten auf Nutzeranfragen zu liefern.
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.
Dieser Beitrag erschien in unserem KI-Newsletter. Wenn Sie mehr solcher Artikel lesen möchten, abonnieren Sie gerne das KI-Briefing hier.