Mit der Personaldrehscheibe neue Wege in der Restrukturierung gehen

Deutsche Großunternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung. Sie müssen immer schneller auf die Dynamik von Märkten und Technologien reagieren, die auch anspruchsvolle Personalveränderungen an ihren deutschen Standorten erfordern. Zugleich sind sie hier stark in tarifliche und betriebliche Vereinbarungen mit den Gewerkschaften und der Mitbestimmung eingebunden.

Daher werden neue Konzepte und Instrumente benötigt. Ein vielversprechendes Instrument ist hier die Personaldrehscheibe. Mit ihrer Hilfe werden für und mit den Mitarbeitenden interne und externe Perspektiven entwickelt. Zugleich werden die Beschäftigten für neue Aufgaben qualifiziert. Auf diese Weise wird die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und seiner Beschäftigten auch in schwierigen Zeiten gestärkt.

Am Beispiel der Konsumgüter- und Mobility-Sparte von Bosch lässt sich sehr gut erkennen, wie die Personaldrehscheibe als interne Einheit für integrierte Personalvermittlung und Qualifizierung die Transformation des Automobilzulieferers seit letztem Jahr beschleunigt:

Vorrangige Aufgabe der Personaldrehscheibe ist es, das Potential von internen offenen Stellen innerhalb der Konsumgüter- und Mobility-Sparte und des gesamten Bosch-Konzerns zu erschließen, um für Mitarbeitende, die von unvermeidbaren Anpassungen betroffen sind, neue Perspektiven zu entwickeln. Da auch der externe Arbeitsmarkt interessante berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet, werden diese parallel im Rahmen der Personaldrehscheibe erfasst und den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt.

Ergibt sich bei internen und externen Vakanzen ein Gap im Matching zwischen dem Kompetenzprofil des Bewerbenden und dem Stellenprofil, recherchiert und vermittelt die Personaldrehscheibe passgenaue Weiterbildungspfade. Finanziert werden diese vom Arbeitgeber. Das ermöglicht entweder die Erweiterung des heutigen Kompetenzprofils (Up-Skilling) oder seiner Neuaufstellung (Re-Skilling), sodass damit Brücken in zukunftsrelevante Berufsfelder gebaut werden. Alle Beratungs- und Vermittlungsmaßnahmen werden vom speziell dafür eingerichteten Campus organisiert und koordiniert, der den institutionellen Kern der Personaldrehscheibe bildet, und zugleich externe Partner wie z.B. Weiterbildungsanbieter einbindet.

Der doppelte Nutzen der Personaldrehscheibe für Unternehmen und Beschäftigte

Mit der Personaldrehscheibe steht Unternehmen ein neues Instrument zur Verfügung, das echte Vorteile bringt:

  • Es wird eine größere Dynamik und höhere Qualität in der Konzeption und Umsetzung komplexer personalwirtschaftlicher Veränderungen ermöglicht.
  • Durch die Integration eines erfahrenen Beratungshauses für Workforce Transformation wird die eigene Organisation optimal unterstützt, die sich auf ihre Stärken fokussieren kann.
  • Gewerkschaft und Mitbestimmung werden von Beginn in die Planung einbezogen, so dass die Veränderungsbereitschaft der Beschäftigten weiter erhöht wird.

Anders als klassische Freiwilligenprogrammen, die eine kurzfristige Entscheidung für einen Aufhebungsvertrag voraussetzen und die berufliche Neuorientierung weitgehend dem Beschäftigten in Eigenregie überlassen, erschließt die Personaldrehscheibe für die Arbeitnehmenden mehrere Vorteile:

  • Die Mitarbeitenden erhalten Zeit und Raum und können sich vollkommen auf ihre berufliche Neuorientierung konzentrieren.
  • Dank des Campus-Konzepts wird den Beschäftigten eine umfassende und zielgenaue sowie professionelle Beratung zuteil, so dass sie optimal von der Unterstützung durch interne und externe Experten profitieren können.
  • Die Personaldrehscheibe erarbeitet den bestmöglichen Angebotsmix aus Vermittlung, Coaching und Qualifizierung für das individuelle Mitarbeitenden-Profil und erhöht so die Bewerbungschancen auf attraktive Jobangebote im Konzern sowie dem externen Arbeitsmarkt deutlich.

Erfahren Sie im gemeinsamen Vortrag von Erika Rasch, Sophia von Rundstedt und Lisa Kalmbach, wie sich interne HR-Teams und externe Beratungsexpertise bei der Konzeption von Personaldrehscheiben ergänzen.

Autoren:

Erika Rasch, Robert Bosch GmbH
Erika Rasch ist Senior Vice President und leitet den globalen Bereich Human Resources der Bosch-Gruppe. Mit ihrer internationalen Erfahrung im strategischen und operativen Personalmanagement, ist sie eine ausgewiesene Expertin in der Gestaltung von Transformationsprojekten und der Entwicklung innovativer Personalstrategien.

Sophia von Rundstedt, v. Rundstedt & Partner GmbH

Sophia von Rundstedt ist eine der führenden Expertinnen für Workforce Transformation in DACH. Sie ist geschäftsführende Gesellschafterin der gleichnamigen Beratung für Personalveränderung, die ihr Vater vor mehr als 35 Jahren gegründet und im Outplacement zum deutschen Marktführer gemacht hat. Sophia von Rundstedt wird von der Überzeugung angetrieben, dass in jeder Veränderung eine große Chance liegt.

Lisa Kalmbach, v. Rundstedt & Partner GmbH
Lisa Kalmbach ist Director Transformation Advisory und Partnerin bei von Rundstedt. Seit mehr als 15 Jahren unterstützt sie Unternehmen dabei, Veränderungsprozesse verantwortungsvoll zu gestalten. Ihre langjährige Expertise in der Personalveränderungsberatung bringt sie als strategische Projektleiterin in die Konzeption und Umsetzung neuer Instrumente wie der Personaldrehscheibe ein.