Eine zentrale Ursache: Elementare Fragen zu Business Case, Zieldefinition, Prozessintegration oder Risikomanagement bleiben ungeklärt. Damit Firmen der erfolgreiche KI-Einsatz gelingt, braucht es jedoch von Beginn an eine klare Strategie, die Effizienz mit Verantwortung verbindet. Nur so lässt sich aus dem Hype-Thema ein realer Wettbewerbsvorteil ziehen.
Vom Assistenten zum Agenten
Was sollten Unternehmen also tun, wo sollten sie ansetzen? Viele haben die Technologie bereits in Form von Assistenten eingeführt – Chatbots, die Kundenfragen beantworten, oder Sprachmodelle, die Texte formulieren. Diese Anwendungen sind nützlich, weil sie Abteilungen wie Kundenservice oder Buchhaltung entlasten. Für umfassendere Business Cases reicht dieser Ansatz jedoch nicht.
Oft bleibt die KI-Einführung dennoch an dieser Stelle stehen. Dabei steht mit Agentic AI eine spannende Ausbaustufe Künstlicher Intelligenz bereit, die genau hier ansetzt. Während Assistenten Inhalte liefern, übernehmen KI-Agenten komplexe Aufgaben. Sie planen, handeln und orchestrieren Prozesse – eigenständig und regelbasiert.
Ein Agent erfasst also nicht nur eine Rechnung, sondern prüft sie, leitet sie weiter und dokumentiert den Vorgang vollständig. Er interagiert mit verschiedenen Systemen, bindet externe Datenquellen ein und übergibt das Ergebnis an eine Führungskraft zur finalen Entscheidung. So wird aus Information Aktion – und aus Aktion Produktivität.
Größerer Mehrwert durch Multi-Agent-Systeme
IBM steht Unternehmen als Partner zur Seite, um sie beim produktiven Einsatz von Agentic AI zu unterstützen. Kern unseres Angebots ist das KI-Portfolio watsonx, das Module etwa für die Entwicklung und Anpassung von KI-Modellen oder den Zugang zu Daten bietet. Vorgefertigte Agenten-Lösungen für Querschnittsfunktionen wie HR, Einkauf oder Vertrieb erlauben es, typische Prozesse ohne aufwändige Eigenentwicklung zu automatisieren – und sofort messbare Effizienzgewinne zu erzielen.
Darüber hinaus unterstützt watsonx die Orchestrierung von Multi-Agent-Systemen. In modernen IT-Landschaften existieren zahlreiche isolierte Anwendungen: Das Vertriebssystem kennt die Kundendaten, ein Marketing-Tool die aktuelle Kampagne, ein ERP-System die offenen Rechnungen. Im ersten Schritt lassen sich einzelne Abläufe mit Agenten automatisieren. Doch der größere Mehrwert entsteht, wenn deren Informationen orchestriert und in übergreifende Workflows übersetzt werden.
Watsonx stellt dafür die Architektur bereit – und bindet bei Bedarf auch von den Unternehmen selbst entwickelte KI-Agenten oder solche anderer Anbieter ein. Hinzu kommt die Fähigkeit zur Integration in bestehende Systeme: Über mehr als 1.500 vordefinierte Schnittstellen lassen sich mehr als 80 gängige Geschäftsanwendungen wie SAP, Salesforce oder Workday anbinden. Damit fügen sich agentische Systeme in bestehende Prozesse ein, ohne die IT-Landschaft zu zerreißen.
Souveräner KI-Einsatz in sensiblen Bereichen
Wie groß das Potenzial ist, zeigen folgende Praxisbeispiele: Ein mit watsonx entwickelter Verhandlungsbot führt für den Einkauf eines Industrieunternehmens eigenständig Preisgespräche bei kleineren Volumina. Der Agent dokumentiert die Ergebnisse und übergibt sie zur Freigabe. Das Resultat: bessere Konditionen, geringere Kosten und ein spürbarer Effizienzgewinn für die Fachabteilung.
Auch andere Branchen profitieren. So verkürzte ein Konsumgüterkonzern durch automatisierte Vertragsprozesse die Bearbeitungszeit um 85 Prozent, senkte die Fehlerquote um 70 Prozent und reduzierte Kosten um 8 Prozent. Versicherer prüfen Schadensmeldungen mithilfe von Agenten schneller und präziser.
Agentic AI ist damit kein Laborprojekt mehr, sondern gelebte Praxis – auch in sensiblen Bereichen wie Vertrags- und Schadensmanagement. Gerade dort, wo es um vertrauliche Daten und weitreichende Entscheidungen geht, ist der verantwortungsvolle Einsatz Künstlicher Intelligenz entscheidend. Setzen Unternehmen KI souverän ein, also im Einklang mit ihren strategischen, rechtlichen und ethischen Zielen, minimiert dies Risiken und schafft Transparenz.
Aus Sicht von IBM umfasst diese Souveränität drei Dimensionen:
- Die Infrastruktur: Je nach Anwendungsfall kann es sinnvoll sein, Daten in einer Public Cloud zu verarbeiten, kritische Prozesse jedoch im eigenen Rechenzentrum zu betreiben. Watsonx bietet dafür flexible Betriebsmodelle – von Cloud- über On-Premise-Lösungen bis hin zu physisch isolierten Umgebungen. Unternehmen behalten so die Kontrolle über ihre kritischen Daten und ihre technologische Abhängigkeit.
- Die Daten: Organisationen müssen nachvollziehen können, welche Daten genutzt werden, wer Zugriff hat und wie sie verarbeitet werden. Das Modul watsonx.governance stellt die Transparenz sicher: Es dokumentiert Datennutzung und Modelltraining. Funktionen wie Bias Detection oder Explainability machen Verzerrungen sichtbar und Entscheidungen nachvollziehbar.
- Die Modelle: Angesichts der rasanten KI-Entwicklung sind offene Standards entscheidend. IBM stellt seine auf Unternehmensbedürfnisse zugeschnittenen Granite-Modelle im Rahmen eines Open-Source-Angebots zur Verfügung. Unternehmen können auf dieser Grundlage eigene Modelle trainieren, anpassen und überprüfen, aber auch andere Open-Source-Modelle oder Modelle von Drittanbietern einbinden.
Klare Leitplanken für den Erfolg
Doch solche technischen Maßnahmen allein genügen nicht, um den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz sicherzustellen. Es braucht zusätzlich verbindliche Regeln für den Umgang mit KI. Bei IBM haben wir ein AI Ethics Board eingerichtet, das Richtlinien entwickelt und Projekte begleitet. Management und Betriebsrat haben Transparenzpflichten und finale Entscheidungen durch Menschen an kritischen Punkten vereinbart. Solche Strukturen institutionalisieren Vertrauen – und können als Vorbild für Unternehmen dienen, die KI verantwortungsvoll einführen wollen.
Mit agentischen Systemen entsteht also die Produktivität, die Prozesse spürbar verändert und neue Freiräume schafft. Doch liegt die eigentliche Herausforderung beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Balance: Effizienz und Verantwortung müssen Hand in Hand gehen. Wer diese Verbindung herstellt, schafft nicht nur interne Entlastung, sondern auch die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter. IBM bietet dafür Technologie, Plattformen und Expertise.
Jetzt handeln, Vorsprung sichern
Für Führungskräfte gilt daher: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Handeln. Die Technologie ist reif, Anwendungsfelder sind vorhanden, und der regulatorische Rahmen in Europa nimmt Gestalt an – etwa mit dem AI Act der Europäischen Union. Unternehmen, die schon jetzt auf Agentic AI mit klaren Leitplanken setzen, erfüllen frühzeitig regulatorische Anforderungen und können ihre Systeme skalieren, während andere noch mit Grundsatzfragen ringen. So sichern sie sich einen Vorsprung, den Nachzügler kaum aufholen können.
IBM: MEHR ALS 70 JAHRE ERFAHRUNG MIT KÜNSTLICHER INTELLIGENZ
Ob beim Online-Shopping, bei der Flugbuchung oder beim Stromverbrauch – Künstliche Intelligenz prägt längst viele Prozesse des Alltags. Häufig steckt IBM-Technologie dahinter. Während Anwendungen wie Chatbots oder Sprachassistenten erst seit wenigen Jahren im Rampenlicht stehen, begleitet IBM die KI-Entwicklung seit über sieben Jahrzehnten.
Bereits in den 1950er-Jahren experimentierte das Unternehmen mit neuronalen Netzen. In den 1960er-Jahren folgte mit der „Shoebox“ das erste Spracherkennungssystem. 1997 besiegte der IBM-Computer Deep Blue als erster Rechner einen Schachweltmeister. 2011 gewann Watson die Quizshow Jeopardy! – ein Meilenstein für KI, die natürliche Sprache versteht. Heute setzt IBM diesen Weg mit Agentic AI und dem KI-Portfolio watsonx fort.
Drei Säulen für den KI-Einsatz der Zukunft
IBM versteht sich nicht nur als Anbieter von Hardware oder Software, sondern als Ökosystem mit drei eng verzahnten Säulen:
- Technologie – Plattformen wie watsonx für den gesamten KI-Lebenszyklus, offene Granite-Modelle, hybride Multi-Cloud-Infrastrukturen sowie Hochleistungssysteme für kritische Workloads.
- Beratung – Rund 160.000 Expertinnen und Experten von IBM Consulting begleiten Unternehmen von der Strategie über die Integration bis zur Skalierung – in enger Partnerschaft mit führenden Technologieanbietern.
- Forschung – IBM Research zählt zu den ältesten Industrieforschungslaboren der Welt. Mit sechs Nobelpreisen, mehr als 150.000 Patenten und bahnbrechenden Innovationen von Deep Blue bis zu Quantentechnologien liefert es kontinuierlich Impulse für den Markt.
Weitere Insights erhalten Sie in dem „So klingt Wirtschaft“-Podcasts mit Rolf Löwisch und Matthias Biniok:
„Zukunft IT & KI“ erschienen. Das vollständige Journal können Sie sich hier kostenlos herunterladen:


