Logistikimmobilienmarkt 2023 – der Jahresendspurt blieb aus

Wie in nahezu allen Assetklassen zeigte sich auch 2023 aufgrund verschiedener Herausforderungen eine vergleichsweise verhaltene Dynamik an den deutschen Industrie- und Logistikimmobilienmärkten – auch der Jahresendspurt im vierten Quartal blieb mit rund einer Millionen Quadratmeter aus. Mit einem Gesamtumsatz von 5,35 Millionen Quadratmetern lag das Ergebnis etwa 35 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres und damit deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 6,67 Millionen Quadratmetern.

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Die gesamtdeutsche Marktsituation machte sich auch an den beliebten Top-5-Standorten bemerkbar – allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Während bei den Flächenumsätzen in Düsseldorf und Hamburg Einbrüche von Minus 31 beziehungsweise 44 Prozent zu beobachten waren, konnte Frankfurt am Main ein starkes Umsatzwachstum von 42 Prozent auf 424.000 Quadratmetern verbuchen. Damit belegte Frankfurt klar den ersten Platz.

Nachfrage- und angebotsbedingte Rückgänge

Die Gründe für den vielerorts rückläufigen Flächenumsatz sind vielfältig. Nach dem Boom während der Corona-Pandemie im Bereich des E-Commerce schwächte sich hier die Nachfrage in diesem Jahr, ähnlich wie im Handel, deutlich ab. Viele Unternehmen benötigen nun keine neuen Flächen mehr und vermieten diese teilweise sogar unter. Der Flächenumsatz von Handelsunternehmen – Onlinehändler eingeschlossen – verzeichnete folglich einen Rückgang um 54 Prozent auf 1,55 Millionen Quadratmeter.

Neben der rückläufigen Nachfrage in den Segmenten, die zuvor für Rekordumsätze gesorgt haben, hat der Einbruch des Flächenumsatzes auch angebotsbedingte Gründe. Denn die derzeitige Lage führte lediglich zu einem geringen Anstieg der Leerstandsquote im Bereich der Big-Box-Immobilien ab 10.000 Quadratmetern – von 1,5 Prozent auf 2,5 Prozent. Im Vergleich zu anderen europäischen Märkten, wie dem Vereinigten Königreich, die Leerstandsraten von vier bis fünf Prozent haben, ist das immer noch ein sehr geringes Niveau – das Angebot blieb also weiterhin limitiert.

Steigende Anzahl an Mietvertragsverlängerungen

Durch das immer noch niedrige Produktangebot am Markt in Kombination mit den langen Bauphasen im spekulativen Bau entscheiden sich viele Unternehmen, in ihren bestehenden Flächen zu bleiben, statt umzuziehen. Ein weiterer Grund für das vergleichsweise geringe Umsatzergebnis. Denn während Unterviermietungen im Gesamtumsatz berücksichtigt werden, werden Mietvertragsverlängerungen nicht erfasst. Und auch die oft sprunghaft gestiegenen Mieten lassen die Akteure vorsichtiger agieren:

Die Spitzenmiete für Logistikimmobilien stieg an den Top-5-Standorten durchschnittlich um 13 Prozent auf bis zu 8,41 Euro pro Quadratmeter und Monat. Im Jahr 2024 werden die Bestandsmieten 2024 jedoch höchstwahrscheinlich nur noch inflationsbedingt weiter ansteigen.

Verstärkte Dynamik in der zweiten Jahreshälfte 2024 zu erwarten

Während sich die verhaltene Dynamik am Jahresanfang weiter fortsetzen wird, gehen wir von stärkeren Impulsen in der zweiten Jahreshälfte 2024 aus. Neben weiter freiwerdenden Flächen im Bestand – unter anderem durch die Auflösung der in der Pandemie aufgebauten Pufferlager – werden neue Projektentwicklungen dem Markt zugeführt. Die Entwickler sind weiterhin sehr aktiv, Grundstücke zu sichern und zu kaufen, denn eine Projektentwicklerkrise zeichnet sich im Logistiksegment nicht ab. Vielmehr hat sich bei den Renditen und Mieten ein neues Gleichgewicht eingestellt, sodass sich hinsichtlich der Finanzierungsbedingungen auch eine erste Entspannung für Projektentwickler einstellen könnte.

Unter der Voraussetzung einer verbesserten Konjunktur sollte es 2024 möglich sein, zumindest wieder die Marke von 6 Millionen Quadratmetern zu überschreiten.

Weitere Infos unter: https://news.cbre.de/deutscher-industrie–und-logistikimmobilienmarkt-auch-im-vierten-quartal-wenig-dynamisch/