Logistikimmobilien auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Auf dem Prüfstand

Das Image der Logistikbranche leidet oft unter hohem Flächenverbrauch, unattraktiver Architektur und Verkehrsproblemen.

Dennoch wird die Branche zunehmend nachhaltiger. Dabei spielt auch die Immobilie selbst eine zentrale Rolle.

Dieser Artikel betrachtet kompakt, wie Logistikimmobilien unter Berücksichtigung von ESG-Faktoren sowie dem Carbon Risk Real Estate Monitor (CRREM) zukunftsfähig gestaltet werden können.

Abbildung 1, vgl. Warehousing Retrofitting: Connecting the dots between legislation and stakeholder action points, JLL

Gebäudehülle stärken oder Heizung modernisieren?

Die Gebäudesanierung bietet zwei wesentliche Möglichkeiten:

  • die Ertüchtigung der Gebäudehülle und/oder
  • die Modernisierung der Heizungsanlage.

Sanierungseffekte im Fokus

Um eine Vergleichsbasis zu schaffen wurden Berechnungen angestellt, die sich auf 1 m² Fläche beziehen.

Optionen im Vergleich

Es werden drei Szenarien bewertet:

  • sanierte Gebäudehülle – Fassade und Dach
  • Umrüstung auf Wärmepumpe – Austausch der Gasheizung
  • Die Kombination beider Maßnahmen.

Tabelle 1 zeigt, dass die Heizungsmodernisierung kostengünstig ist und einen großen Einfluss auf den Primärenergiebedarf sowie die CO2-Emissionen hat.

Falls das Dach und die Fassade noch nicht saniert werden müssen, empfiehlt sich die Heizungsmodernisierung als Einzelmaßnahme, da die Sanierung der Gebäudehülle kurzfristige Verbesserungen bringt, aber zeitnah weitere Investitionen fordert.

Optimal ist die Ergänzung durch weitere Optimierungen wie die Integration einer Photovoltaik-Anlage, um den Endenergiebedarf weiter zu senken.

Sanierungserfolg im CRREM-Pfad

Der CRREM-Pfad zeigt, dass unsanierte Gebäude bereits heute als obsolet gelten und dadurch einen geringeren wirtschaftlichen Wert haben.

Auch eine Variante mit sanierter Gebäudehülle, läuft Gefahr, bald veraltet zu sein.

Im Gegensatz dazu profitiert die Wärmepumpenlösung langfristig durch die Dekarbonisierung der Stromproduktion.

ESG-Verifizierung zur EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie bietet einen verbindlichen Rahmen zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit von Gebäudesanierungen.

Klimaschutz und Primärenergiebedarf

Um das Ziel des Klimaschutzes zu erreichen, fordert die EU-Taxonomie eine Senkung des Primärenergiebedarfs um mindestens 30 % oder eine umfassende energetische Modernisierung.

Dies kann durch die Verbesserung der Gebäudehülle oder den Einsatz erneuerbarer Energien, wie Photovoltaik oder Wärmepumpen, erreicht werden.

Anpassung an den Klimawandel und Maßnahmen zur Reduzierung identifizierter Klimarisiken

Eine resiliente Sanierung erfordert eine Klimarisikoanalyse, die etwa Wind- und Niederschlagsmuster, extreme Temperaturen oder Bodenerosion berücksichtigt.

So kann bei der Installation neuer Anlagen auf erhöhte Windlasten geachtet werden, oder Materialien und Bauweisen gewählt werden, die lokalen Risiken standhalten.

Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung

Die Kreislaufwirtschaft spielt eine zentrale Rolle, um Bauabfälle zu minimieren und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Minimal invasive Sanierungsmethoden, wie der Erhalt bestehender Heizungsstrukturen schonen die Umwelt und verringern das Abfallaufkommen.

Effektive Lösungen und langfristige Einsparungen

Eine gezielte Sanierung der Energieversorgung bildet die Basis für signifikante Energieeinsparungen. Durch den frühzeitigen Einsatz von erneuerbaren Energiequellen lassen sich erhebliche CO₂-Einsparungen erzielen.

Wesentlich ist dabei eine strategische Planung, die das Alter der Immobilie berücksichtigt. So kann eine gut geplante Sanierung den Wert der Immobilie steigern und zur Erhaltung der Gebäudesubstanz beitragen.