Logistik? Ja bitte!

Stabil trotz Konjunkturschwäche

Der bundesweite Logistikmarkt verzeichnete in den ersten drei Quartalen einen Flächenumsatz von fast 4 Mio. m² und liegt 22% unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 5 Mio. m². Nach einem verhaltenen Jahresstart gibt es jedoch seit einigen Monaten eine spürbare Marktbelebung. Dies ist umso überraschender, da die Nachfrage nach Logistikflächen eng mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung verbunden ist. Die robuste Nachfrage auf dem Logistikmarkt trotzt somit den insgesamt sehr schwachen Wirtschaftsdaten.

Logistik als beliebtes Investment

Mit einem Transaktionsvolumen von knapp 4,4 Mrd. € übertreffen Logistikinvestments ihren Vorjahresumsatz um fast 20 %. Auch der Rückgang zum langjährigen Durchschnitt ist mit -13 % vergleichsweise niedrig. Während andere Assetklassen noch nach Impulsen suchen, wird bei Logistik somit wieder kräftiger zugegriffen. Unterstützend wirkt sicherlich die verbesserte Liquidität im Gesamtmarkt. Die Zinswende ist eingeleitet und die Inflation aktuell im Zielkorridor der EZB. Das beflügelt den Transaktionsmarkt der Logistikimmobilien. Für die Investoren scheint die lähmende Phase der Preisfindung somit weitgehend beendet zu sein oder zumindest deutlich schneller zum Abschluss zu kommen als in anderen Segmenten.

Zwei Welten im Markt

Einzelne Logistikobjekte unterscheiden sich in ihrer Marktgängigkeit jedoch deutlich. Gesucht sind energieeffiziente Objekte in Toplage. Umgekehrt werden energetisch noch zu sanierende Objekte in B-Lagen für Mieter und Investoren immer schwerer vermittelbar. Heiko Maaß, Abteilungsleiter Immobilienkunden Inland gewerbliche Investments bei der LBBW, erklärt: „Faktoren wie Alter, Ausstattung, Nutzungsmöglichkeiten, Lage und Nachhaltigkeit haben für uns als LBBW einen hohen Stellenwert bei unseren Finanzierungsentscheidungen. Mit der zunehmenden Bedeutung der Nachhaltigkeit teilt sich der Investmentmarkt zunehmend in zwei Welten: „Grün“ und „Nicht Grün“. Energieeffiziente und nachhaltige Logistikimmobilien haben langfristig bessere Vermietungsaussichten, eine höhere Vermarktungswahrscheinlichkeit und sind deutlich wertstabiler. Für Objekte außerhalb dieser Kriterien erwarten wir als Finanzierer daher einen klaren Manage-to-ESG-Plan.“