Kündigungen – der Change, über den niemand gerne spricht

Geschweige denn ihn umsetzt. Wie managt Du es, wenn 20 % Deiner Belegschaft gehen müssen? Wie vorbereitet wärst Du? Kündigungen sind die Schattenseite jeder Veränderung. Sie gehören zu den „Changes“, auf die niemand vorbereitet ist – und doch sind sie omnipräsent. Wer sie unvorbereitet angeht, riskiert Vertrauensverlust, Zynismus und beschädigte Kultur. Wer sie vorbereitet, kann Haltung und Verantwortung sichtbar machen.

Dafür braucht es allerdings eine klare Trennungs-Management-Strategie. Mehr als 50 % der Unternehmen in einer Kienbaum-Studie gaben an, dass sie keine haben.

Entlassen ohne Porzellan zu zerschlagen

Im Mittelstand, in Konzernen, in Start-ups – überall stehen Unternehmen irgendwann vor der Situation: Ein strategischer Schritt macht den Abschied von Mitarbeitenden notwendig, die zum Erfolg beigetragen haben.

Egal welcher Grund für die Kündigung vorliegt. In diesem Prozess ist die Trennungs-Begründung das wichtigste. Je nach Situation – egal, ob wirtschaftliche Gründe oder wie in unserem Fall strategische Gründe – es braucht eine präzise Trennungs-Begründung. Nur wenn diese klar und stimmig ist, können Mitarbeitende die Entscheidung aushalten – und zwar nicht nur die, die gehen, sondern auch die, die bleiben.

Bei der Gödde GmbH war genau das der Fall. Eine Abteilung musste aus strategischen Gründen aufgelöst werden – das hieß konkret 50 von 250 Mitarbeitenden mussten gehen. Gemeinsam mit Oliver Gödde, seinen Geschäftsführern und Abteilungsleitenden haben wir einen Prozess aufgesetzt, der nicht nur rechtlich sauber, sondern auch menschlich tragfähig war.

Kein Storytelling ohne Storylistening

Der Schlüssel für den Beginn eines solchen Change-Prozesses: Zuhören.

Der Beginn des Change-Prozesses lag in der erlebten Gegenwart der unter Verschwiegenheit genommenen Abteilungsleitenden. Sorgen, Ängste und Fragen standen im Raum. Denn in einem mittelständischen Betrieb kennt man sich. Es gibt Freundschaften und enge Bindungen. Neun Monate vor einem Freund zu wissen, dass dieser seinen Job verliert, war eine Belastungsprobe. Man kann so einen Prozess nicht gestalten, wenn diese Sorgen und Belastungen nicht abgeholt werden.

Wie wir hier konkret mit Storylistening-Methoden vorgegangen sind, zeigen wir in unserem Deep Dive.

Die Trennungsbegründung muss eine Geschichte sein, die trägt

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die gemeinsame Erarbeitung der Trennungsbegründung. Auch das ist eine „Story“. Storytelling, verstanden als co-kreativer Prozess, macht hier den Unterschied: Eine Geschichte ist nur dann tragfähig, wenn sie von vielen getragen wird.

Die Trennungsbegründung wurde in Co-Kreation erarbeitet. Das schuf Sicherheit, Vertrauen und Stabilität – und mündete in einer Rede, die der Inhaber vor allen Betroffenen hielt. Jedes Wort wurde sorgfältig abgewogen, um die Entscheidung nachvollziehbar zu machen und niemanden im Regen stehen zu lassen.

Die Botschaft kam an. Die betroffenen Mitarbeitenden fühlten sich fair behandelt – und zogen den Exit mit durch.

Exit ist Employer Branding

Wenn Kündigungen als Change-Prozess gut aufgesetzt sind, wird Exit zu Employer Branding.

Denn: Wenn Menschen schlechte Erfahrungen machen, erzählen sie schlechte Geschichten – nicht selten auf Plattformen wie Kununu. Wenn Unternehmen schwierige Erfahrungen menschlich gestalten, erzählen sie Geschichten von Haltung, Verantwortung und Vertrauen.

Einladung zum Deep Dive

👉 Erleben Sie den Case live: Am 25. November 2025 um 11:25 Uhr beim Handelsblatt Change Congress in Essen.

Im Deep Dive mit Oliver Gödde (CEO Hoffmann Group Gödde) und mir sehen Sie, wie Storylistening und Storytelling in Trennungssituationen Orientierung schaffen, Führungskräfte stabilisieren und Kultur bewahren können.