KI-Vorreiter OpenAI eröffnet Büro in Deutschland

Der ChatGPT-Macher will mehr deutsche Konzerne als Kunden gewinnen und erläutert seine Pläne.

OpenAI eröffnet ein Büro in München. (Optik: Michel Becker | Dall-E)

Warum das wichtig ist? It’s the business, stupid! Deutschland ist für den ChatGPT-Entwickler ein wichtiger Wachstumsmarkt. Wie das Handelsblatt schon vor Altmans Besuch erfuhr, eröffnet das Unternehmen dieses Jahr ein Büro in München.

In einem Gespräch mit Felix Holtermann sagte Altman: Deutschland habe sich zu einem „weltweiten Vorreiter bei der Einführung von KI entwickelt“. Und Unternehmen, die die KI von OpenAI nutzten, verzeichneten „bereits erhebliche Produktivitäts- und Innovationssteigerungen“.

Ähnlich äußerte sich vor vier Monaten übrigens auch schon der Chef von Konkurrenzentwickler Anthropic, Dario Amodei, in einem Interview mit Felix. Die KI-Firmen aus den USA werben also ganz schön um die Gunst deutscher Firmen.

Aus dem gleichen Grund hatte OpenAI Unternehmensvertreter bereits im November zu einem geheimen Event im Hotel Andaz an der Münchener Leopoldstraße eingeladen.

Von dem neuen Büro aus will OpenAI seine KI-Produkte verstärkt in deutsche Unternehmen und Behörden bringen. Dazu will das Unternehmen bald unter anderem Vertriebsexperten und Kundenbetreuer einstellen. Außerdem soll in München auch ein Entwicklerteam angeheuert werden.

München wird damit noch ein Stückchen mehr zur Außenstelle der amerikanischen Technologieunternehmen in Deutschland. Nachdem sich Google 2016 an der Hackerbrücke niedergelassen hat, haben sich dort auch Apple, Meta, Microsoft und Amazon angesiedelt. Auch OpenAI könnte sich wegen der guten lokalen Hochschulen für München entschieden haben, um Talente anzuwerben und mit den Unis zu kooperieren.

Außerdem will OpenAI in der Stadt mit der größten Dichte an Dax-Unternehmen so nah wie möglich am Kunden sein, um „zu verstehen, wie ihr Geschäft funktioniert“, sagt Colin Jarvis, der das Münchener Team für OpenAI aufbaut. KI-Lösungen sollen gemeinsam entworfen werden. So einfach?

Nun ja, es hat fast den Anschein, als würde OpenAI schon selbst damit rechnen, dass viele potenzielle Kunden auch Vorbehalte haben. Vor allem in Bezug auf den Schutz und die Sicherheit ihrer Daten. Es dürfte kein Zufall sein, dass OpenAI die Eröffnung seines Büros zusammen mit der Einführung einer EU-Datenresidenz verkündet. Lokale Kunden, die OpenAIs Schnittstelle nutzen, sollen damit ihre Daten in Europa verarbeiten und Kunden der ChatGPT-Unternehmenslösung sollen Kundendaten in Europa speichern.

Sam Altman bei der TU Berlin (Foto: AFP)

Wie es weitergeht: Nach einer Podiumsdiskussion an der Technischen Universität Berlin reist Sam Altman weiter nach Paris. Denn der französische Präsident Emmanuel Macron lädt zum Sommet pour l’action sur l’Intelligence Artificielle – auf Deutsch: zum KI-Aktionsgipfel.


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