Künstliche Intelligenz im Banking hat viele Vorteile – wenn die wichtigen Entscheidungen letztendlich von echten Menschen getroffen werden
Wenn es um künstliche Intelligenz (KI) geht, gibt es oft große Vorbehalte: Ist KI überhaupt sicher? Was macht sie mit meinen Daten? Und wenn sie etwas macht, das ich nicht will? Ich kann solche Gedanken sehr gut verstehen.
Genau darum geht es bei KI: Um das Verstehen. Wir müssen verstehen, wie und wo KI uns helfen kann, und KI-Algorithmen müssen verstehen, was wir erwarten. Das läuft nicht von Anfang an reibungslos. Wahrscheinlich hat auch die Elektrizität die Menschen am Anfang beunruhigt – oder noch viel früher eben das Feuer. Bis wir gelernt haben, beides zu kontrollieren und davon zu profitieren. Dadurch hat sich unser Leben dann verbessert. Evolution beinhaltet einfach Skepsis gegenüber Neuem, was gut, richtig und eine natürliche Schutzfunktion ist. Aber zur Evolution gehört auch die Offenheit für Neues, der Wunsch, zu verstehen und sich zu optimieren. In der HypoVereinsbank haben wir unsere spezialisierten Teams, die sich mit KI und ihren aktuellen Entwicklungen beschäftigen. Denn KI begleitet uns jetzt, wird uns in den kommenden Jahren begleiten und immer mehr Teil unseres Lebens werden.
Letztendlich geht es bei KI immer darum, wo und wie wir sie einsetzen. Im Finanzsektor kann künstliche Intelligenz beispielsweise als eine Art Sonarsystem gegen betrügerische Aktivitäten dienen.
Kriminelle Attacken sind in der Finanzbranche heutzutage an der Tagesordnung. Allerdings nicht mehr mit Maske und Pistole. Auch Kriminelle entwickeln sich weiter: In der heutigen Welt suchen sie meist nach unsichtbaren digitalen Schlupflöchern. Also sollten wir verstärkt KI einsetzen, um solche versteckten Betrugsversuche zu verhindern. Darüber hinaus erfüllen Banken strenge regulatorische Anforderungen: von Anti-Geldwäsche-Maßnahmen über Know-Your-Customer-Vorschriften (KYC) bis hin zur kontinuierlichen Überwachung von Transaktionen. Viele Prozesse bleiben jedoch in den Tiefen der digitalen Technologien weit vom menschlichen Auge verborgen. Die Stärke der KI liegt in der Fähigkeit, riesige Datenmengen in Sekundenbruchteilen zu verarbeiten. Daher setzen wir sie perfekt ein, wenn wir mithilfe von KI-Betrugsmuster unter Millionen von täglichen Transaktionen unserer Kunden identifizieren.
Auf diese Weise wahren wir nicht nur die Integrität unserer Bank, sondern stärken auch das Vertrauen der Kunden in die Sicherheit ihrer Daten und Finanztransaktionen. Es gibt viele andere Bereiche, in denen wir mit großen Datenmengen arbeiten und Elemente der KI für unterstützende Analysen nutzen. Unsere Vermögensverwaltungsplattform One Wealth zum Beispiel analysiert große Datenmengen, um die besten Anlageempfehlungen für vermögende Kunden zu geben.
Oder noch weitergedacht: Wir wollen alle unsere Kunden so individuell und persönlich wie möglich beraten. Aber auf welchem Kanal? Heute ist es für unsere Kunden selbstverständlich, zwischen der Filiale, der App, dem Online-Banking oder einer Kombination davon zu wählen. Unser HVB-KI-Modell analysiert nicht nur den Kanal, über den Menschen mit uns interagieren, sondern kann auch das geeignetste Produkt entsprechend den bisherigen Bedürfnissen unserer Kunden vorschlagen. Außerdem können wir gezielte Strategien entwickeln, um Informationen über Änderungen oder Produktinnovationen schnell und effektiv weiterzugeben.
Auf unseren digitalen Kanälen ist KI daher nicht nur das Sonarsystem, sondern auch – um bei der Metapher zu bleiben – ein intelligentes Navigationssystem. Es zeigt uns den schnellsten, kürzesten und zuverlässigsten Weg, um unser Ziel zu erreichen.
Bei alldem stehen unsere Kunden im Mittelpunkt. Und was die Sorge angeht, dass KI etwas tun könnte, was sie nicht sollte – ich kann Sie beruhigen, denn bei der HypoVereinsbank treffen am Ende immer noch echte Menschen die Entscheidungen. Wir nutzen KI, um solide und gute Grundlagen für die Entscheidungen zu schaffen. Aber die Entscheidung selbst liegt am Ende bei uns Menschen.