Das bislang eingeübte Wechselspiel von Rekrutierungswellen im Aufschwung und Personalabbau im Abschwung wird abgelöst durch die Notwendigkeit einer kontinuierlichen und flexiblen Anpassung von Unternehmen und Belegschaft. Bereits jetzt zeigt sich, dass klassische Instrumente wie monetär basierte Freiwilligenprogramme nicht mehr die erhoffte Resonanz erzielen. Die Gründe liegen auf der Hand: Regionale Auswirkungen des Strukturwandels, Unsicherheit über die eigenen Perspektiven am externen Arbeitsmarkt und die beginnende Entwertung von Qualifikationen verstärken die Angst vor beruflichen Veränderungen und schwächen die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen.
Mit Mut der Ungewissheit begegnen und individuelle Unterstützung bieten
Der Begriff Employability, vielfach als überholt angesehen, wird in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Unternehmen müssen ihre Mitarbeitenden aktiv motivieren und befähigen, sich mit der eigenen Veränderungsfähigkeit und dem individuellen Arbeitsmarktwert auseinanderzusetzen. Besonders in Wissensberufen wird der produktive Einsatz von KI zu einer sinkenden Nachfrage und einem kontinuierlichen Stellenabbau führen – allerdings mit neuen Anforderungen an die Gestaltung dieser Prozesse, die sich deutlich von bisherigen personalwirtschaftlichen Restrukturierungen unterscheiden.
Dafür braucht es innovative und flexible Instrumente, die sich in die Transformation integrieren lassen. In größeren Unternehmen können interne Transformationseinheiten geschaffen werden, in denen freigestellte Mitarbeitende gezielt auf neue Aufgaben innerhalb des Unternehmens oder bei alternativen Arbeitgebern in der Region vorbereitet werden. Für Unternehmen jeder Größe bietet die Kombination aus überbetrieblicher Personaldrehscheibe und virtueller Karriereplattform große Vorteile: Mitarbeitende erhalten einen laufenden Überblick über die Attraktivität ihres Profils am regionalen Arbeitsmarkt, erkennen neue Jobchancen und können gezielt Weiterbildungsangebote nutzen, um Kompetenzlücken zu schließen – und so ihre Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig sichern.
Ehrlich und offen den Wandel der Arbeitswelt gestalten
Die Vorstellung vom Unternehmen als abgeschlossene Welt und vom festen Arbeitsplatz als Lebenskonstante gehört der Vergangenheit an. Restrukturierungen sind längst keine Ausnahme mehr. Arbeitgeber sind gefordert, ihre Mitarbeitenden zu motivieren und zu befähigen, eigenverantwortlich
und kontinuierlich an ihrer Employability zu arbeiten – unterstützt durch einen individuell abgestimmten Mix aus bewährten und neuen Instrumenten. Doch das allein genügt nicht: Für alle Beteiligten – ob Top-Manager, HR-Verantwortliche, Führungskräfte, Betriebsräte, Arbeitsrechtler oder Berater – rückt die mentale Ebene der Veränderung in den Fokus. Die Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen wird in den kommenden Jahren entscheidend für den Erfolg von Transformation und Restrukturierung sein.