Im Schatten, aber unverzichtbar: Warum der COO zur Schlüsselrolle für die Zukunft mittelständischer Unternehmen wird

Der Einkauf steht heute im Zentrum unternehmerischer Transformation. Als CPO geht es längst nicht mehr nur um Kosten und Versorgung, sondern um Resilienz, Umsetzungskraft und strategische Steuerung komplexer Wertschöpfungsnetzwerke.

Diese Rolle lässt sich jedoch nicht isoliert denken. Denn strategischer Einkauf braucht operative Exzellenz im Unternehmen. Genau hier kommt der COO ins Spiel: Er übersetzt Strategie in funktionierende Prozesse, Strukturen und Kultur – und schafft damit die Grundlage, auf der der CPO extern wirksam werden kann.

In vielen mittelständischen Unternehmen findet aktuell ein tiefgreifender Wandel statt: Eigentümer:innen ziehen sich zurück, Nachfolgen werden geregelt, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz, Digitalisierung und kulturellen Wandel. Inmitten dieser Transformation rückt eine Rolle zunehmend ins Zentrum – die des Chief Operating Officer (COO). Lange unterschätzt, wird sie nun zur tragenden Säule der Zukunftsfähigkeit.

1. Brückenbauer:in zwischen Vision und Realität

Der COO ist nicht nur für das operative Tagesgeschäft verantwortlich – er ist der zentrale Übersetzer zwischen der strategischen Vision der Geschäftsführung und deren Umsetzung im Alltag.

Während der CEO die Richtung vorgibt, sorgt der COO für das „Wie“: für Strukturen, Prozesse und die operative Exzellenz. Besonders in Familienunternehmen ist der COO häufig der Stabilitätsanker – das Kontinuitätsversprechen für Mitarbeitende, Kund:innen und Investoren.

2. Führung durch Struktur – nicht Kontrolle

Der moderne COO denkt nicht in Kontrollmechanismen, sondern in Strukturen, die Teams befähigen. Effizienz entsteht durch Klarheit, nicht durch Mikromanagement.

Gut gestaltete Prozesse, nachvollziehbare Zuständigkeiten und eine offene Kommunikationskultur sind das Fundament seiner Arbeit.

Der COO gibt nicht den Ton an, sondern den Takt und adaptiert diesen wenn nötig – leise, aber wirksam.

3. Kulturelle Instanz und Wertevermittler:in

Wo das „Was“ durch CEOs oder Eigentümer:innen bestimmt wird, verantwortet der COO das „Wie“ – und damit den kulturellen Rahmen, in dem gearbeitet wird.

Wie wird geführt? Wie wird mit Veränderungen umgegangen? Wie wird Innovation möglich gemacht?

Der COO sorgt dafür, dass die gelebte Unternehmenskultur nicht im Leitbild stecken bleibt, sondern sich in Verhalten, Entscheidungen und Strukturen widerspiegelt.

4. Navigator:in in der digitalen Transformation

Digitalisierung, Automatisierung, KI – diese Schlagworte sind allgegenwärtig. Doch der Unterschied liegt im Wie der Umsetzung.

Der COO führt neue Technologien nicht um ihrer selbst willen ein, sondern mit Sinn und Verstand: technologieaffin, aber menschenzentriert.

Er oder sie stellt sicher, dass digitale Werkzeuge in der Praxis funktionieren, den Alltag erleichtern – und von den Mitarbeitenden akzeptiert werden.

5. Der stille Motor – sichtbar in Ergebnissen

COOs stehen selten im Rampenlicht – und doch wäre ohne sie vieles undenkbar. Sie sorgen für reibungslose Abläufe, stabile Prozesse und eine verlässliche Umsetzungskraft.

Gerade in Phasen der Unsicherheit – bei Übergaben, Verkäufen oder tiefgreifendem Wandel – zeigt sich die Stärke des COO: ruhig, konsequent, lösungsorientiert.

Wer in ein Unternehmen investiert, will nicht nur Visionen hören – sondern sehen, dass die operative Umsetzung funktioniert. Genau hier liefert der COO.

6. Strategische:r Sparringspartner:in auf Augenhöhe

Die Rolle des COO ist längst nicht mehr rein ausführend. Immer häufiger tritt sie als strategische Mitgestalterin auf – im engen Schulterschluss mit CEO, CFO und Gesellschafter:innen.

Als Brückenbauer:in zwischen kaufmännischem Denken und emotionaler Intelligenz verbindet der COO Kennzahlen mit Haltung, Systeme mit Sinn, und Prozesse mit Menschen.

Fazit: Zukunft braucht COO-Kraft

Der Mittelstand steht an einem Wendepunkt. Wer in dieser komplexen Welt bestehen und Transformationen nachhaltig implementieren will, braucht nicht nur Visionen, sondern auch Umsetzungskraft, Struktur und Haltung.

Der COO ist keine Assistenzfunktion, sondern eine Schlüsselrolle für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Zukunftssicherheit.

Es ist höchste Zeit, diese Rolle ins verdiente Licht zu rücken.