Grünes Kraftwerk Deutschlands

Mecklenburg-Vorpommern kann zum Gewinner der Transformation werden

Mecklenburg-Vorpommern wird vor allem mit Sommerurlaub, weiten Ostseestränden und unberührter Natur verbunden. Auch heute zählt das Bundesland mit über 30 Millionen Übernachtungen jährlich zu den beliebtesten Ferienregionen Deutschlands. Doch inzwischen prägt eine innovative, mittelständisch geprägte Wirtschaft das Land.

Internationale Investoren wie Birkenstock (LVMH) und das Schweizer Medtech-Unternehmen Ypsomed haben sich hier angesiedelt. Die maritime Wirtschaft in Rostock, Wismar, Stralsund und Wolgast erschließt neue Geschäftsfelder, etwa die Wartung von Marineschiffen oder den Bau von Konverterplattformen für Offshore-Windkraftanlagen durch das belgisch-deutschen Unternehmen Neptun Smulders.

Auch die Gesundheitswirtschaft boomt: Rund 160.000 Menschen arbeiten in Unternehmen dieser Branche, mehr als in jedem anderen Bundesland. Mecklenburg-Vorpommern strebt an, Gesundheitsland Nummer eins in Deutschland zu werden. Leuchttürme wie das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie in Greifswald oder das Institut für Biomedizinische Technik in Rostock zeigen das Innovationspotenzial.

Weitere starke Wirtschaftszweige sind die Ernährungsindustrie, die von der Nähe zur Landwirtschaft profitiert, sowie der Maschinenbau, die Holzwirtschaft und die Automobilzulieferindustrie. Forschungseinrichtungen an den Hochschulstandorten in Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg treiben Entwicklungen voran und binden internationale Talente ein.

Transformation und grüne Energien

Mecklenburg-Vorpommern steht vor einer großen Transformation: Bereits heute ein führender Produzent erneuerbarer Energien, könnte das Land zum „grünen Kraftwerk“ Deutschlands werden. Eine zentrale Rolle spielt Wasserstoff. Mit Partnern in Polen, Dänemark und Schweden wird der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft vorangetrieben.

Die Häfen in Rostock und Lubmin entwickeln sich zu Energiedrehkreuzen. Bis 2027 soll im Rostocker Hafen ein Elektrolyseur mit 100 Megawatt Leistung entstehen, erweiterbar auf ein Gigawatt. In Lubmin sind fünf Wasserstoffprojekte in Planung, darunter Pipelines, die Wasserstoff zu den Chemieparks in Schwedt und Leuna transportieren werden.

Begleitet wird dies von Forschungsprojekten. Einrichtungen wie das Leibniz-Institut für Katalyse und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik in Rostock arbeiten an Schlüsseltechnologien. Meerwasserentsalzungsanlagen in Rostock und Lubmin sollen die industrielle Elektrolyse unterstützen.

Erneuerbare Energien als Standortvorteil

Die Produktion sauberer Energie ist eine Stärke Mecklenburg-Vorpommerns. Offshore-Windparks wie Baltic Eagle oder Arkona liefern zuverlässig Windstrom. Projekte wie der Baltic Wind Connector und die Anbindung an Bornholm Energy Island vernetzen die Region mit Europa.

Auch an Land wird die Infrastruktur ausgebaut: Ab 2026 soll ein Energieknoten bei Schwerin die Stromtrassen „SuedOstLink“ und „NordOstLink“ verbinden und Strom aus Nord- und Ostsee bündeln. Über 400 Unternehmen arbeiten bereits im Bereich erneuerbarer Energien. Ziel ist es, bis 2035 den gesamten Energiebedarf des Landes aus regenerativen Quellen zu decken.

Zukunft gemeinsam gestalten

Die Transformation Mecklenburg-Vorpommerns bietet große Chancen. Als Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft „Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH“ sehe ich täglich, wie neue Investitionen und Innovationen die Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaft legen. Gemeinsam mit Unternehmen und Partnern arbeiten wir daran, Mecklenburg-Vorpommern als Vorreiter für grüne Energie und wirtschaftliche Transformation zu etablieren.