KI-Bild TECH 2026: In Heilbronn kommen rund 1800 Vordenker der europäischen Tech-Landschaft zusammen. (Optik: Michel Becker / GPT Image 2)
Nun beginnt das zweite Spiel. Es geht darum, wer Künstliche Intelligenz zuverlässig, sicher und produktiv in die Wirtschaft integriert. Wichtige Impulse dazu könnten in den kommenden Tagen von der „TECH by Handelsblatt“ ausgehen, die vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 mit rund 1.800 Teilnehmenden in Heilbronn stattfindet. Die Veranstaltung will Gründer, Investoren, Wissenschaftler und Unternehmensvertreter zusammenbringen – und dabei auch ungewöhnliche Akzente setzen, darunter eine echte Rakete und ein Riesenrad.
Warum das wichtig ist:
Im zweiten Spiel der KI-Ära besitzt Europa durchaus Chancen. Der Rückstand gegenüber den führenden Akteuren ist groß, darüber sollte man sich keine Illusionen machen. Gleichzeitig sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten enorm.
Europa hat im ersten Abschnitt der KI-Entwicklung weder das Tempo noch das Kapital oder die Plattformmacht aufgebaut, die insbesondere die USA vorgelegt haben. Unternehmen wie OpenAI, Anthropic, Google, Microsoft, Meta und Amazon haben Standards gesetzt, umfassende Ökosysteme geschaffen und die besten Fachkräfte angezogen. China antwortet mit staatlicher Förderung und langfristiger
Industriestrategie. Europa hingegen diskutiert vielerorts noch Zuständigkeiten, während andere Regionen bereits neue Kapazitäten schaffen.

Konferenz TECH in Heilbronn: 1800 Vordenker aus Europa kommen zusammen. (Foto: Handelsblatt)
Dabei existieren erfolgreiche europäische Beispiele längst. ASML entwickelt in den Niederlanden die Maschinen, mit denen die modernsten Halbleiter der Welt produziert werden. Die EUV-Lithografiesysteme des Unternehmens ermöglichen Strukturen auf Siliziumchips, ohne die moderne KI-Hochleistungschips nicht denkbar wären.
Auch Black Forest Labs aus Freiburg zeigt, dass Weltklasse-KI-Modelle nicht zwangsläufig Weltklasse-Budgets benötigen. Helsing aus München zählt mittlerweile zu den wertvollsten europäischen KI-Start-ups und verbindet Künstliche Intelligenz mit Verteidigungstechnologie. Legora aus Stockholm entwickelt KI-Lösungen für Anwälte und Kanzleien. Und Mistral AI aus Paris vermarktet technologische Unabhängigkeit von amerikanischen und chinesischen Anbietern als zentrales Produktversprechen.
Genau darum geht es nun. Die Frage, ob Künstliche Intelligenz wichtig ist, muss in Europa nicht länger diskutiert werden. Sie ist längst beantwortet. Entscheidend sind stattdessen Gründerinnen und Gründer, Unternehmerinnen und Unternehmer, die die Möglichkeiten der Technologie konsequent nutzen. Wirtschaftlicher Erfolg entsteht nicht durch Strategiepapiere allein, sondern durch Nachfrage, Infrastruktur und Skalierung.
Europa verliert derzeit an Boden – bei Unternehmensbewertungen, bei Infrastrukturinvestitionen und bei der Geschwindigkeit politischer Entscheidungen. Doch Europa ist noch nicht aus dem Rennen.
Die zentrale Frage für die kommenden Jahre lautet daher, ob Europas technologische Kompetenz auch in wirtschaftliche Macht übersetzt werden kann. Genau diese Debatte steht im Mittelpunkt vieler Gespräche zwischen Gründern, Investoren, Wissenschaftlern und Unternehmensvertretern – und könnte entscheidend dafür sein, welche Rolle Europa in der nächsten Phase der KI-Entwicklung einnimmt.
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