Verteidigung: Deutschlands neuer Wachstumsmotor

Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Sicherheit und Verteidigung

Deutschland steht wirtschaftlich und sicherheitspolitisch vor einer doppelten Neuordnung: Bedingt durch strukturellen Wandel, internationale Konkurrenz und rapide Technologiesprünge geraten klassische Industrien wie der Automobilsektor unter Transformationsdruck. Gleichzeitig gewinnt ein Sektor an Bedeutung, den man lange nicht im Zentrum wirtschaftspolitischer Debatten verortet hätte: die Verteidigungsindustrie. Angetrieben durch eine veränderte Bedrohungslage und die Restrukturierung der Sicherheitsarchitektur in Europa erleben wir einen massiven Aufschwung in einem Markt, auf dem wir mit unserem starken technologischen Knowhow auch in Zukunft Vorsprung haben werden, und der die Wertschöpfung in Deutschland hält.

Dass diese Dynamik bereits jetzt positive Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland hat, bestätigen verschiedene Studien: Laut der Beratungsgesellschaft EY-Parthenon und der DekaBank könnten hierzulande bis 2029 rund 144.000 neue Arbeitsplätze entstehen; insgesamt wird ein Beschäftigungseffekt von etwa 360.000 gesicherten und entstehenden Stellen erwartet. Die Wirtschaftsleistung Deutschlands könnte zugleich um 0,7 Prozent höher ausfallen – eine Größenordnung, die in traditionellen Industrien zunehmend schwer zu erreichen ist. Kurzum: Während der bisherige Wirtschaftsmotor Automotive stottert, kommt die Verteidigungsindustrie langsam auf Hochtouren.

Warum der Mittelstand umsteuert

Die Entwicklung bleibt dem Mittelstand nicht verborgen; hier findet bereits ein Umdenken statt. So hat der Bundesverband der Sicherungs- und Verteidigungsindustrie (BDSV) seine Mitgliederzahl binnen eines Jahres fast verdoppelt; zwei Drittel der neuen Mitglieder sind mittelständische Unternehmen. Diese Bewegung ist kein Zufall: Geopolitische Risiken, fehlende Planbarkeit und diversifizierungsgetriebene Strategieentscheidungen haben die Bereitschaft erhöht, sicherheitsrelevante Fertigungskompetenzen aufzubauen.

Für viele Autozulieferer ist der Schritt in die Verteidigung längst mehr als eine Option. Laut der Unternehmensberatung FTI-Andersch sucht ein Großteil der Unternehmen aktiv nach alternativen Geschäftsfeldern – oder baut sogar bereits neues Geschäft im Verteidigungsbereich auf. Als Gründe geben sie unter anderem schrumpfende Märkte im klassischen Antriebsstrang, restriktivere Finanzierungsbedingungen und eine zunehmende Rückverlagerung der Produktion durch OEM an. Die Verteidigungsindustrie wird gleichzeitig zum Treiber technologischer Kompetenz, etwa bei Sensorik, Werkstoffen oder Fertigungsverfahren.

 

Es wird ein Beschäftigungseffekt von etwa 360.000 gesicherten und entstehenden Stellen erwartet.

Ariana BrandlPR-Managerin, NürnbergMesse GmbH

 

Wie Deutschland den industriellen Aufbruch sichern kann

Damit die Verteidigungsindustrie tatsächlich zum Wirtschaftsmotor wird, ist ein struktureller Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft entscheidend. Schnellere Genehmigungsprozesse, Planungssicherheit in Sachen Beschaffung und Exportpolitik sowie Investitionssicherheit für Zulieferer sind unerlässlich. Die geplante Aufstockung industrieller Kapazitäten wird nur gelingen, wenn die regulatorischen Hürden sinken und Innovationschancen – von KI-gestützten Systemen bis hin zu resilienten Lieferketten – strategisch gefördert werden.

Vor allem aber muss Deutschland die Verzahnung von innerer und äußerer Sicherheit als wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Imperativ begreifen. Moderne Sicherheitsarchitekturen erfordern ein funktionierendes Ökosystem aus Behörden, Streitkräften, Industrie und Mittelstand. Dabei ist einerseits entscheidend, dass die Politik versteht, wie stark sich Entwicklungszyklen in der modernen Kriegsführung verkürzt haben. Alte – und vor allem langsame –Beschaffungsprozesse müssen deutlich verbessert werden.

Andererseits hat die Industrie die Aufgabe, sich eng mit politischen Entscheidungsträgern abzustimmen, dort zu sensibilisieren und die gegenseitige Verständigung zu intensivieren. Denn: Nur wer miteinander spricht, kann miteinander verteidigen. Das gilt für Sicherheitsstrukturen von der Polizei bis zur Bundeswehr, es gilt für Deutschland und seine NATO-Partner und eben auch für politisch Verantwortliche und die Industrie.

Etablierte Leitkultur: Die Enforce Tac

Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz ist die Enforce Tac Deutschlands Leitmesse für innere und äußere Sicherheit. Sie bringt jährlich internationale Entscheider, Hersteller und Anwender zusammen und bietet einen geschützten Rahmen für Austausch, Einordnung und technische Tiefe. Die nächste Enforce Tac findet vom 23. bis 25. Februar 2026 im Messezentrum Nürnberg statt.


enforcetac.com

Foto: © NürnbergMesse GmbH/Ute Wünsch

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