Siemens bringt KI in die Fabrik

Nach Informationen des Handelsblatts führt der Mischkonzern seinen Industrial Copilot schon diesen Monat breit bei seinen Kunden ein.

KI für die Fabrik: Jetzt laufen Industriemaschinen auf Kommando. (Optik: Larissa Holzki / Dall-E)

Der spezielle KI-Assistent für Industriemaschinen basiert auf einem Sprachmodell des US-Partners Microsoft. Die Basistechnologie ist also vergleichbar mit der von Chatbots wie ChatGPT. Eine Kernfunktion des Industrial Copilot ist, natürliche Sprache in Computercode zu übersetzen.

Pilotprojekte hat Siemens bereits durchgeführt, etwa beim Autozulieferer Schaeffler. Nach den erfolgreichen Tests will der Dax-Konzern die Zahl der Anwender nun schnell steigern.

Warum das wichtig ist:
Das Beispiel des Industrial Copilots zeigt, dass große Sprachmodelle nicht nur die Schreibtischarbeit revolutionieren können. Die Technologie kann auch in Fabriken große Effizienzgewinne bringen.

Industrial Copilot: Mit KI sollen Produktionsanlagen leichter programmiert werden. (Foto: Siemens)

Dort lohnt sich der Einsatz vor allem, wenn etwa Steuerungen im Sondermaschinenbau häufiger umprogrammiert werden müssen. Das ist für Unternehmen schon deshalb schwierig, weil dafür bisher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Spezialwissen nötig sind. Und selbst mit den entsprechenden Fachkräften bleibt der Prozess aufwendig.

So brauchte Schaeffler bisher Tage, um Maschinen neu zu installieren. Der Copilot soll den notwendigen Schrittkettenprogrammierungsprozess deutlich beschleunigen. Denn die Schaeffler-Leute müssen die aufwendigen Programmierschritte jetzt nicht mehr selbst durchführen. Sie geben nur noch Sprachbefehle ein, den Rest erledigt die Software.

Interessant ist, dass Siemens zunächst keine Zusatzkosten für seinen Copiloten verlangen will.
Vielmehr soll damit der Vertrieb der klassischen Produkte gesteigert werden. Und viel spricht dafür, dass Unternehmen in anderen Branchen künftig ähnlich vorgehen werden. Deshalb wird sich – wenn überhaupt – auch nur verzögert zeigen, wie viel mehr Umsatz und Marge sich mit KI machen lässt.

Anders ist das bei Microsoft. Der US-Konzern profitiert sofort, wenn die Siemenskunden den Copiloten installieren, nämlich bei der Abrechnung der Cloud-Leistung. Noch ist unklar, wie viel Mehrkosten auf der Azure-Rechnung stehen werden, wenn in den Werkshallen erst mal mit den Maschinen geplaudert wird.


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Mehr zum Einsatz von KI bei Siemens können Sie im Bericht von Axel Höppner und Christof Kerkmann hier nachlesen.