Nvidia zeigt Stärke: Kritiker trauen dem Wachstumsversprechen nicht. (Optik: Stephan Scheuer / Sora)
Warum das wichtig ist: Weil Nvidia zum zentralen Indikator für die Technologiewirtschaft geworden ist. Die Chips der Kalifornier treiben den KI-Boom an.
Die Zahlen sind gewaltig. Obwohl Huang seit dem Erfolg von ChatGPT Quartal für Quartal starkes Wachstum ausweisen kann, hält der Trend an. Für das zurückliegende Quartal konnte Nvidia einen Umsatz von 57 Milliarden Dollar ausweisen, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn stieg ähnlich stark auf rund 32 Milliarden Dollar.
Das ist beachtlich. Anders ausgedrückt: Von den Preisen, die Huang für seine KI-Chips verlangen kann, bleiben mehr als die Hälfte als Gewinn für das Unternehmen. Von solchen Zahlen können Dax-Konzerne nur träumen, selbst Softwareprimus SAP.
Stephan Scheuer hat die Firmenzentrale von Nvidia in Santa Clara mehrmals besucht. Huang hat sich hier zwei futuristische Bauten errichten lassen, die nach den Raumschiffen aus der Serie Star Trek benannt sind: Voyager und Endeavor. Die Botschaft: Huang denkt nicht nur an heute und morgen, sondern auch an übermorgen.

Nvidia-Firmenzentrale: Das Hauptquartier ist architektonisch an Raumschiffe aus der Serie Star Trek angelehnt. (Foto: Nvidia)
Trotzdem liegen Nvidia-Kritiker nicht falsch. Auch an der Börse wurden die guten Zahlen nur kurzzeitig honoriert. Die Aktie von Nvidia stieg zunächst um mehr als fünf Prozent, fiel dann jedoch wieder deutlich.
Der Nachfolger von Stephan Scheuer als Silicon-Valley-Korrespondent, Philipp Alvares de Souza Soares, hat sich in San Francisco mit Jay Goldberg getroffen. Der ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bank ist der einzige seriöse Analyst, der zum Verkauf der Nvidia-Aktie rät.
Goldbergs Kritik stützt sich auf eine Kernfrage: Was soll das weitere Wachstum von Nvidia treiben? Meta und andere Tech-Konzerne, sagt er, investierten zwar Rekordsummen in KI-Infrastruktur. Aber in deren Zahlen zeigen sich noch nicht die erhofften KI-Gewinne. Geht den Nvidia-Kunden bald die Puste aus?
Außerdem sollten Sie sich die Texte von Joachim Hofer zu Nvidia anschauen. Es gibt wohl keinen anderen Berichterstatter in Deutschland, der so viel über die Halbleiterbranche weiß wie er.
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