Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Restrukturierung
Unternehmen in Krisensituationen stehen vor einer neuen Realität: Wo früher allein Banken eine Restrukturierung wesentlich bestimmten, geben heute zunehmend alternative Finanzierer wie Private-Debt-Fonds und Hedgefonds den Takt vor. Sie bringen frisches Kapital, andere Herangehensweisen und Instrumente mit. Damit schreiben sie die Regeln der Restrukturierung neu. Unternehmen und ihre Berater benötigen ein genaues Verständnis der neuen Mechanismen. Nur so können sie in der Krise bestehen.
Die Gründe für den Wandel der Finanzierungslandschaft liegen auf der Hand. Der fundamentale Umbruch der deutschen Wirtschaft braucht eine massive Kapitalzufuhr. Nicht nur Unternehmen in Krisen, sondern auch solche in Wachstumsphasen suchen nach Alternativen zu klassischen Bankkrediten. Denn verschärfte Regulierung hat die Kreditvergabe der Banken eingeschränkt. Großvolumige Finanzierungen sind eine besondere Herausforderung, denn sie erfordern inzwischen oft Syndikate oder umfangreiche Prüfprozesse.
Player mit Risikoappetit
Das hat Finanzierungslücken geschaffen, die private Kapitalgeber nun füllen. Private Debt hat sich zu einer zentralen Kapitalquelle entwickelt – sowohl beim Forderungsankauf als auch bei der Direktvergabe von Darlehen. Die Zahlen belegen den Siegeszug: Das verwaltete Anlagevolumen schoss von rund 10 Milliarden US-Dollar (2010) auf 500 Milliarden US-Dollar (2025).
Was diese neuen Player auszeichnet: Sie agieren international, zeigen höheren Risikoappetit und finanzieren auch komplexe Strukturen. Dabei stellen sie in enger Zusammenarbeit mit Private-Equity-Sponsoren regelmäßig Kapital für Leveraged Buyout-Transaktionen oder die Refinanzierung von Portfoliounternehmen bereit. Die im Vergleich geringere Regulierung ermöglicht dabei schnelle Entscheidungen und mehr Flexibilität.
In Restrukturierungen setzen sie konsequent auf außergerichtliche, flexible Lösungen. Ziel ist es, Zeit für operative Verbesserungen oder eine Markterholung zu gewinnen. Scheitert das, greifen sie als letzten Ausweg zu Debt-to-Equity-Swaps und werden selbst zu Eigentümern.
Transaktionsorientierter Blick
Mit den neuen Akteuren verändert sich das Setting im Sanierungsprozess: Private-Debt-Fonds verfolgen eine strikt investmentorientierte Logik und optimieren gezielt einzelne Positionen. Sie nutzen gezielt Lücken in Kreditverträgen und agieren transaktionsorientiert. Dieses konsequente Vorgehen kann durchaus zu Spannungen und Konflikten im Gläubigerkreis führen. Mit den alternativen Finanzierern erweitert sich zugleich das Instrumentarium. Es kommen offensive Tools wie Liability Management Exercises (LMEs) zum Einsatz. Parallel nehmen Restrukturierungslösungen wie Debt-to-Equity-Swaps zu, die für traditionelle Banken regulatorisch nur schwer umzusetzen sind.
Diese Entwicklungen prägen den Charakter moderner Restrukturierungen grundlegend. Unsere exklusive Befragung von 140 Restrukturierungsexperten im vergangenen Jahr ergab, dass 62 Prozent von längeren Prozessen berichten, 52 Prozent eine gestiegene Komplexität konstatieren und 34 Prozent beobachten, dass die Fälle insgesamt größer geworden sind.
Neue Rahmenbedingungen im Prozess
Was bedeutet das für die Sanierungspraxis? Die Anforderungen steigen massiv. Neben dem klassischen Stakeholder- und Prozessmanagement rückt das Verständnis der neuen Gläubigergruppen ins Zentrum: ihre Zielsetzungen, Vorgehensweisen und Instrumente. Unternehmen müssen komplexe Kapitalstrukturen durchdringen, internationale Rahmenbedingungen beherrschen und alle verfügbaren Optionen – von klassischen Finanzierungsinstrumenten über LMEs bis hin zu Debt-to-Equity-Swaps – souverän orchestrieren.
Drei Bausteine entscheiden über den Erfolg
- Erstens: Internationales Stakeholdermanagement in den Fokus nehmen. Größere Restrukturierungen erfordern heute internationale Schlagkraft bei gleichzeitig starker lokaler Verankerung. Nur so lassen sich Investorengruppen aus den USA oder Großbritannien professionell betreuen und fragmentierte Stakeholderlandschaften zielführend moderieren.
- Zweitens: Finanzielle Restrukturierung mit operativer Transformation verbinden. Finanzielle Lösungen allein schaffen Zeit – echten Wert bringen erst glaubwürdige operative Veränderungen. Entscheidend ist, dass die neue Kapitalstruktur auf tragfähigen Geschäftsmodellen und nachhaltigen Verbesserungen fußt. Andernfalls verschieben Unternehmen lediglich finanziellen Druck, ohne das Kernproblem zu lösen.
- Drittens: Spezifische Anforderungen bei Eigentümerwechseln meistern. Bei Debt-to-Equity-Swaps stehen besondere Herausforderungen an: rasch finanzielle und operative Transparenz herstellen, Chancen und Risiken fundiert bewerten, Interim-Management-Lösungen bereitstellen und strategische Optionen entwickeln – vom operativen Turnaround bis zur Verkaufsvorbereitung. Denn neue Eigentümer brauchen zunächst umfassende Transparenz, da sie als Kreditgeber oft nur begrenzte Einblicke in operative Details hatten.
Klar ist: Wer in dieser neuen Restrukturierungswelt erfolgreich agieren will, muss internationale Finanzierer verstehen, operative Exzellenz liefern und Veränderung aktiv gestalten. Nur so wird aus der Krise nachhaltige Zukunftssicherung.
Bilder: © Roland Berger
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