Mehrwerte vor Ort schaffen

Logistikzentren und auf Dienstleistungen spezialisierte Gewerbeansiedlungen werden von der Öffentlichkeit nach wie vor teils kritisch begleitet. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Entwickler über eine rein funktionale Nutzung hinausdenken und Mehrwerte für die Arbeitnehmer sowie für die Umgebung schaffen.

Angesichts der aktuellen Flächenknappheit kann eine optimierte, nachhaltige und gesundheitsfördernde Gestaltung dazu führen, dass Kommunen eher bereit sind, wertvolle Flächen zur Verfügung zu stellen. Ein solcher Ansatz erfordert jedoch ein grundlegendes Umdenken in der Planung. Logistikhallen sollten nicht nur als Orte der Lagerung und des Transports, sondern als integraler Bestandteil des Gemeinwesens angesehen werden.

Die Bedeutung einer strategischen Standortwahl

Bereits die Standortwahl ist ein entscheidender Faktor, der über die reine Funktionalität hinausgeht und weitreichende Auswirkungen auf den nachhaltigen Logistikbetrieb hat.

Ideal ist es, wenn Logistikimmobilien in der Nähe großer Verkehrsknotenpunkte liegen und multimodal angebunden sind. Das verkürzt die Transportwege, entlastet das Straßennetz und ermöglicht eine nahtlose Integration in bestehende industrielle Strukturen. Eine solche Standortwahl steigert dabei nicht nur die Effizienz logistischer Prozesse, sondern wirkt sich auch positiv auf die umliegende Gemeinde aus, denn durch die Reduzierung des Verkehrsaufkommens werden signifikant die CO₂-Emissionen verringert.

Die wirtschaftlichen Folgen von konsequent umgesetzten Nachhaltigkeitsstrategien sind hingegen nicht sofort ersichtlich – aber umso bedeutender. Sie zeigen sich vor allem in einer signifikanten Senkung der Nebenkosten bis hin zur Klimapositivität. Diese Form der dezentralen Energiegewinnung hilft auch dabei, die lokale Energieinfrastruktur zu stärken.

Ein Beispiel dafür ist das von uns realisierte und mit dem Logix Award ausgezeichnete Logistikzentrum am Rhein-Lippe-Hafen in Wesel, nördlich von Duisburg. Ziel dieses Projekts war es, ein Bauvorhaben zu realisieren, das sowohl der Region als auch ihren Bewohnern einen deutlichen Mehrwert bietet. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der konsequenten Ausrichtung an ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitszielen. Die Immobilie funktioniert unabhängig von fossilen Brennstoffen, was unter anderem durch den Einsatz von Geothermie und die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach erreicht wurde. Zusätzlich tragen auch die Nutzung von Wärmepumpen und Pufferspeichern dazu bei, dass das Gebäude komplett CO₂-neutral betrieben werden kann.

Ästhetik und Design – mehr als nur funktionale Gebäude

Neben der Energieeffizienz spielt das äußere Erscheinungsbild von Logistikimmobilien eine wichtige Rolle. Ein wichtiger Aspekt unserer Projekte ist dabei die Verwendung natürlicher Materialien, beispielsweise Holz, und die Integration einer Fassadenbegrünung. Elemente wie diese tragen nicht nur zur ästhetischen Aufwertung bei, sondern fördern auch die Nachhaltigkeit des Gebäudes. Ein weiteres bedeutsames Merkmal sind die bodentiefen, vollverglasten Büroeinheiten. Diese ermöglichen eine ungehinderte Sicht auf die umgebende Landschaft und schaffen eine helle und einladende Arbeitsatmosphäre.

Well-being am Arbeitsplatz

Oftmals wird bei der Gestaltung von Logistikimmobilien vor allem auf die Lagerflächen und Außenoptik geachtet, die Attraktivität der Immobilie für die Mitarbeitenden aber nicht berücksichtigt. Mit dem modernen Dienstleistungsstandort in Wesel wollten wir deswegen auch als Arbeitsplatz neue Maßstäbe zu setzen. Im Innenbereich wurde auf Weitläufigkeit gesetzt: Die großflächig verglasten Büros öffnen sich nach innen nach außen für eine hohe Lichtdurchlässigkeit und den Blick auf den begrünten Außenbereich mit zahlreichen Pausenzonen. Der Umkleidebereich bietet hingegen Privatsphäre durch mehrere, hochwertig ausgestattete, kleinere Kabinen mit jeweils eigener Dusche und WC-Anlage, statt der verbreiteten Massenumkleiden.

Well-being und Nachhaltigkeit sind entscheidende Faktoren, um einen echten Mehrwert am Standort zu schaffen. Immobilien, in denen ökologische, ästhetische und soziale Aspekte kombiniert werden, sind nicht nur für die Nutzer und die lokale Gemeinschaft von Vorteil, sondern setzen auch neue Maßstäbe in der Branche. Sie zeigen, dass funktionale Effizienz, ästhetische Gestaltung und das Wohlbefinden der Mitarbeiter Hand in Hand gehen können.