Gerade in einer Zeit, in der uns die Bedeutung der Resilienz des Energiesystems nahezu täglich vor Augen geführt wird, wird deutlich, dass die verstärkte Nutzung von Biomethan auch aus strategischen Gründen sehr sinnvoll ist. Es kann in großen Mengen dezentral in Deutschland, der EU und assoziierten Staaten produziert werden und damit die Abhängigkeit von Erdgas- bzw. LNG-Lieferungen aus Übersee erheblich reduzieren. Die Rohstoffpotenziale sind hierzulande bei weitem nicht erschöpft, gerade wenn es um Abfall- und Reststoffe geht.
Einige europäische Nachbarn wie etwa Italien, Spanien, Dänemark oder die Schweiz haben sich jeweils sehr ambitionierten Zielen für den Ausbau von Biomethan verschrieben, die um ein Vielfaches über der aktuellen Produktion in Deutschland liegen und sind bereits in erheblichem Umfang dabei, die Skalierung der grünen Moleküle umzusetzen. So möchte z. B. Italien seine Biomethanerzeugung bis 2030 auf bis zu 8 Mrd. Kubikmeter jährlich bzw. 50 TWh gegenüber 2024 verzwanzigfachen.
Doch auch in Deutschland ist eine neue Dynamik zu spüren: Immer mehr Industriebetriebe zeigen großes Interesse an der Nutzung von Biomethan. Dabei können sie ebenso wie Stadtwerke und der Verkehrssektor den Bezug von Biomethan graduell und kontinuierlich steigern und so kalkulierbar und langfristig ihre CO2-Emissionen reduzieren. Zudem reduzieren sie die Abhängigkeit von der Volatilität des Erdgaspreises, der immer stärker durch geopolitische Entwicklungen beeinflusst wird. Außerdem wirkt die Nutzung von Biomethan als Kostenbremse vor dem Hintergrund perspektivisch stark steigender ETS I und II-Kosten. biogeen fungiert in diesem Kontext als Partner und Berater von Industrieunternehmen und Stadtwerken, erarbeitet in engem Austausch mit diesen individuelle Umsetzungskonzepte und ist Partner für die konkrete Realisierung.
Biomethan ist kurzfristig verfügbar, wird bereits heute in einem transparenten und liquiden Markt gehandelt und kann unbegrenzt und ohne jeglichen zusätzlichen Aufwand in allen Industrieanlagen, KWK-Anlagen und Mobilitätsanwendungen eingesetzt werden, die heute Erdgas nutzen. Das bestens ausgebaute deutsche Gasnetz ermöglicht es, faktisch überall in Deutschland Biomethan zu nutzen. Deutschland könnte kurzfristig über 100 TWh Biomethan zusätzlich produzieren und bis zu 60 TWh E-Methan aus dem aus der Biomethanaufbereitung freiwerdenden, biogenen CO₂ Mengen gewinnen. Zusammen entspricht dies mehr als einem Viertel des nationalen Erdgasverbrauchs – ohne Bedarf an zusätzlicher Netzinfrastruktur.
Biomethan entwickelt sich rasant zu einem der strategisch wichtigsten Energieträger, wenn es darum geht, europaweit die Transformation des Energiesystems voranzubringen. Es verbindet industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Kreislaufwirtschaft, Resilienz, Energiesouveränität und regionale Wertschöpfung und ist sofort nutzbar, technologisch ausgereift und skalierbar.
Immer mehr deutsche Industrieunternehmen betrachten Biomethan als entscheidenden Baustein ihrer Standortentscheidungen und der Energieversorgung ihrer Produktionsstätten. Stadtwerke planen damit, ihre Wärmeversorgung unter Nutzung von Biomethan klimaneutral aufzustellen. Der Verkehrs- und maritime Sektor entwickelt neue Geschäftsmodelle rund um grüne Moleküle unter Nutzung von Biomethan.
Auch die deutsche Politik erkennt zunehmend die Potenziale von Biomethan. Es ist also eher eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland verbesserte Rahmenbedingungen für Biomethan und entsprechende Regelungsentwürfe diskutiert werden. Dies würde eine Investitionswelle in neue Biomethan-Erzeugungsanlagen auslösen, die ihrerseits positive Konjunkturimpulse auslösen würde. Die Potenziale von Biomethan sind also gewaltig. Zeit, sie voll zu heben und zu nutzen – für ein klimaneutrales, resilientes und bezahlbares Energiesystem mit Zukunft.