Quantencomputing, Künstliche Intelligenz oder Industrie 4.0 sind Technologien, die für eine neue Ära der Digitalisierung stehen. Eine Ära, die weit über die bisherigen Standards hinausgeht und einen qualitativen Sprung für die deutsche Industrie bedeuten kann.
Jetzt ist der Moment, die Chancen der Digitalisierung entschlossen zu nutzen, um Unternehmen wirklich zu restrukturieren und zukunftsfähig aufzustellen. Eine umfassende Digitalisierung ist die Voraussetzung, um Deutschland und Europa im internationalen Wettbewerb auf Augenhöhe mit den USA oder China zu bringen. Die Ausgangsbedingungen sind gut. Viele der weltweit bedeutendsten Forschungseinrichtungen und Universitäten sind hier ansässig. Um dieses Potenzial wertschaffend zu nutzen, bedarf es starker und leistungsfähiger Netze. Innovative Lösungen wie 5G-Campusnetze und Network-Slicing sowie Software-Defined-Wide-Area-Networking (SD-WAN) liefern Unternehmen die notwendige Bandbreite, Latenz und Sicherheit für die Smart Factory und IoT (Internet of Things)-Anwendungen, für Augmented- und Virtual-Reality, für Echtzeit-Datenanalysen in der Produktion oder Bestandsüberwachung.
Campusnetze bieten Vorteile bei Effizienz und Sicherheit
Industrieunternehmen können durch den Einsatz des Internet of Things (IoT) ihre Effizienz spürbar steigern: Wenn Maschinen und Anlagen vollautomatisch und digital in Echtzeit überwacht werden, sinken Ausfallzeiten um bis zu 30 Prozent, so eine Untersuchung von ABI Research. Gleichzeitig ist das 5G-Netz besonders energieeffizient. Im Vergleich zu 4G benötigt es rund 90 Prozent weniger Energie pro Byte. Das bedeutet: mehr Produktivität und weniger Ausfälle bei einer besseren Klimabilanz. Möglich machen dies 5G-Campusnetze. Hier handelt es sich um räumlich begrenzte, geschlossene 5G-Netze, die speziell für Unternehmen, Universitäten oder Behörden eingerichtet und konfiguriert werden – beispielsweise zu Forschungszwecken oder für die Vernetzung unterschiedlicher Wertschöpfungsstufen. Extrem hohe Geschwindigkeit und niedrige Latenz gestatten eine nahezu verzögerungsfreie Kommunikation. Das ist besonders wichtig für die industrielle Automatisierung und Robotik, die präzise Echtzeit-Reaktionen voraussetzt.
Die Prinzhorn Group, einer der führenden Papier- und Verpackungshersteller in Europa, und die Technische Universität München (TUM) nutzen zum Beispiel exklusive 5G-Campusnetze von O2 Telefónica, die auf die speziellen Bedürfnisse dieser Unternehmen zugeschnitten sind. Die Prinzhorn Group vernetzt Endgeräte, Monitoring-Bildschirme, Dashboards und mobile Apps in Produktion, Instandhaltung und Intralogistik über das 5G-Campusnetz. Die zuverlässige Netzverfügbarkeit bis in die Tiefen der einzelnen Maschinenanlagen erleichtert die Arbeitsabläufe und verkürzt Wegzeiten. Die TUM, seit 2016 gehört sie zu den Exzellenzuniversitäten in Deutschland, forscht mit Hilfe von 5G-Campusnetzen an autonomen Fahrzeugen in der Intralogistik, etwa Gabelstablern oder autonom fahrenden Transportrobotern. Ein weiterer wichtiger Vorteil der privaten 5G-Netzwerke: Sensible Daten lassen sich besser schützen als in öffentlichen Netzwerken. Für Unternehmen bedeutet dies einen Wettbewerbsvorteil durch verbesserte Prozesse und Produkte, gleichzeitig sind sie unabhängig von öffentlichen Netzen.
Network-Slicing kann nutzerspezifische Netze bereitstellen
Das 6G Health Institute in Markkleeberg betreibt zusammen mit O2 Telefónica ein sogenanntes Slicing-Campusnetz in ihrem Testlabor. Im Lab werden medizinische IoT-Anwendungen im 5G-Netz entwickelt und getestet sowie an 6G-Mobilfunk für die Medizintechnik geforscht.
Beim 5G-Network-Slicing wird ein Teil des öffentlichen 5G-Mobilfunknetzes in virtuelle Netze – die Slices – unterteilt. Jedes Slice kann mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgestattet werden: Bandbreite, Latenz oder Sicherheit lassen sich exakt für die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppen konfigurieren. Dies ist besonders relevant für industrielle Anwendungen, bei denen die Maschinen und IoT-Geräte unterschiedliche Anforderungen haben. So kann ein Slice mit niedriger Latenz für hochpriorisierte Maschinensteuerungen, wie sie bei autonomen Fahrzeugen benötigt wird, optimiert sein, während ein anderer Slice für weniger kritische IoT-Anwendungen in der Fertigung konzipiert wird. Diese Flexibilität unterstützt die digitale Transformation in der Industrie und fördert innovative Geschäftsmodelle.
SD-WAN vernetzt weit auseinanderliegende Standorte zuverlässig und sicher
Unternehmen benötigen aber auch über weite Distanzen leistungsfähige, störungsfreie Netzwerke. Cloudservices oder Remote-Working brauchen Weitverkehrsnetze, die sich über Regionen oder auch mehrere Länder erstrecken können. Hierbei helfen SD-WAN-Netze – Software-Defined Wide Area Networks. Eine cloudbasierte Software steuert dabei an allen Standorten für jede Anwendung den Datentransport flexibel und effizient über das passende Netz: über Mobilfunk, LTE, Glasfaser, DSL oder bei besonders hohen Sicherheitsanforderungen auch über MPLS-Standleitungen. Die einzelnen Standorte können direkt auf Cloudservices, beispielsweise Entwicklungsplattformen, Warenwirtschafts- oder CRM-Systeme zugreifen. IT-Abteilungen können das gesamte Netzwerk zentral verwalten und schnell auf Änderungen oder Störungen reagieren. International agierende Lebensmittelketten, aber auch öffentliche IT-Dienstleister wie die hessische ekom21 vernetzen über SD-WAN Filialen und Standorte.
Ökosysteme sind eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung
5G-Campusnetze, Network-Slicing und SD-WAN bieten der Industrie neue Möglichkeiten zur Optimierung von Prozessen und zur Förderung innovativer Geschäftsmodelle. Gleichzeitig müssen Unternehmen proaktive Maßnahmen zur Sicherstellung ihrer Cybersicherheit und Netzwerkzuverlässigkeit ergreifen. Telekommunikationsunternehmen spielen in diesem Transformationsprozess eine wichtige Rolle – als Anbieter modernster Technologien und als Berater in Fragen der Sicherheit und Effizienzsteigerung.
Das Kombipaket für die Industrie aus leistungsstarken Netzen, digitalen Services, sicheren Cloud-Lösungen, Cyber-Security-Konzepten und KI-Anwendungen setzt sich aus den Angeboten und Produkten unterschiedlicher, spezialisierter Partner zusammen. O2 Telefónica lebt seit mehr als 20 Jahren eine partnerschaftliche Unternehmenskultur. So übernimmt Telefónica bei Digitalisierungsprojekten für Industrie, Forschung und öffentliche Verwaltung eine zentrale Rolle als Koordinator und Berater der beteiligten Akteure. Unternehmen müssen jetzt die Digitalisierung vorantreiben und strategisch integrieren, um sich erfolgreich im digitalen Zeitalter zu positionieren.