Wer hier die Kontrolle abgibt, riskiert nicht nur technologische Rückstände, sondern auch politische Verwundbarkeit. Digitale Souveränität ist kein Schlagwort mehr – sie ist das strategische Gebot der Stunde.
Kooperation statt Abhängigkeit: Der Wert strategischer Partnerschaften
Für mich bedeutet digitale Souveränität nicht Abschottung, sondern kooperative, transparente und überprüfbare Lösungen, die Europa handlungsfähig halten. Offene Standards, Interoperabilität und die Möglichkeit, kritische Prozesse in Europa zu betreiben und zu kontrollieren, sehe ich als strategische Grundlage.
Dass Europa das kann und will, zeigt der Blick nach Berlin: Beim ersten European Digital Sovereignty Summit, bei dem ich dabei sein durfte, haben Deutschland und Frankreich ein klares Signal gesendet – Europa soll auf eigenen digitalen Beinen stehen und unkontrollierbare Abhängigkeit von US- oder chinesischen Systemen abbauen.
Anbieter, die nachweislich höchste Sicherheits-, Compliance- und Datenschutzanforderungen erfüllen, spielen dabei eine zentrale Rolle. Gerade in Behörden-IT, kritischen Infrastrukturen und Kommunikationssystemen zeigt sich für mich, wie eng technologische Unabhängigkeit und geprüfte Sicherheit zusammengehören.
Bei secunet setzen wir uns genau dafür ein: Europas digitale Freiheit schützen, Souveränität ermöglichen und Angriffsflächen reduzieren – von sicherer Cloud bis KI-Infrastruktur.
Bewusste Beschaffung & Industriepolitik: Europa muss langfristig denken
Innovation allein genügt nicht. Meiner Ansicht nach benötigt Europa eine Industrie- und Beschaffungspolitik, die langfristige Ziele fördert, statt kurzfristige Einzelprojekte zu bedienen. „Europäisch entwickeln, europäisch beschaffen und europäisch betreiben“ sollte zum Leitmotiv werden.
Für mich ist entscheidend, dass Technologien ausgewählt werden, die Resilienz, Transparenz und Nachvollziehbarkeit gewährleisten, und dass Anbieter gestärkt werden, die souveräne, auditierbare Lösungen schaffen. Ebenso wichtig ist es, Fragmentierung zu reduzieren, Initiativen zu bündeln und Investitionen so zu erhöhen, dass Europa im globalen Wettbewerb bestehen kann. Nur so entsteht eine digitale Infrastruktur, die Vertrauen schafft, demokratische Grundwerte schützt und dem Kontinent langfristige Stabilität verleiht.
Vertrauen durch geprüfte, souveräne Lösungen: Sicherheit „Made in Germany & Europa“
Die Bedrohungslage ist eindeutig. Europa sieht sich täglich gezielten Cyberangriffen, Desinformationskampagnen und hybriden Bedrohungen ausgesetzt, von Drohnen über kritische Infrastruktur bis zu hochkomplexen digitalen Angriffsketten. Um in diesem Umfeld glaubwürdig
resilient zu bleiben, braucht es meiner Meinung nach zertifizierte, nachvollziehbare und auditierbare Systeme sowie eigene sichere Cloud- und KI-Stacks, einschließlich europäischer LLMs, vertrauenswürdiger Datenräume und souveräner Lernumgebungen.
Nur wenn kritische digitale Prozesse unter europäischer Kontrolle stehen, kann Europa seine digitale Handlungsfähigkeit behalten. Organisationen, die auf solche souveränen Lösungen setzen, stärken damit nicht nur ihre eigene Stabilität, sondern auch die digitale Freiheit – und damit die strategische Unabhängigkeit – Europas.
Fazit – Digitale Souveränität ist kein Modewort
Ich bin überzeugt: Digitale Souveränität ist strategische Notwendigkeit. Europa muss jetzt handeln, bewusst kooperieren, strategisch beschaffen und in geprüfte Lösungen investieren, die Abhängigkeiten reduzieren und gleichzeitig Innovationskraft freisetzen. Ich appelliere an Politik, Verwaltung und Industrie, heute die richtigen Weichen zu stellen – nur so legen wir die Grundlage für ein stabiles, sicheres und wirklich souveränes digitales Europa.