Diese deutschen Erfindungen kennt kaum jemand

Aus dem Land kommen häufig Erfindungen, die kaum jemand kennt. Trotzdem sind sie oft revolutionär und auch kommerziell erfolgreich. Beispiele, die Mut machen zum Weiterdenken.

Wichtige Technologien werden in Deutschland ersonnen – nur wissen viele nichts davon. Foto: Getty Images, Lufthansa [M]

Düsseldorf. Resenpressen für Autobau, Haifischhaut für Flugzeuge, Nomogramme für den „Tatort“-Kommissar: Die Entdeckungen und Erfindungen deutscher Ingenieure und Wissenschaftlerinnen sind aus der Welt nicht wegzudenken – aber manchmal leicht zu übersehen. Das klassische Beispiel: MP3.

Die Audio-Software entwickelten in den Achtzigerjahren drei Forscher des Fraunhofer-Instituts für integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen. Oft wird MP3 angeführt, um zu belegen: Deutschland erfindet viel, schlägt aber zu wenig Kapital daraus. Warum wurde Spotify

nicht in Deutschland gegründet, wenn man schon die Technologie hatte?

>> Dieser Artikel ist ein Beitrag zur großen Handelsblatt-Aktion „Zukunftsplan Deutschland“. Alle Texte finden Sie hier.

Man kann MP3 auch als eine deutsche Erfolgsgeschichte sehen. Der Audiostandard ist heute in zehn Milliarden Smartphones, TVs und Tablets enthalten, Fraunhofer erhält jährlich 150 Millionen Euro für seine Lizenzen – davon einen großen Teil aus dem Audiobereich.

Drehen wir doch die Sache einmal um und feiern, was Deutschland der Welt alles gibt, aber kaum einer kennt.

Haifisch-Flugzeuge von BASF

Der Hai ist einer der besten Schwimmer im Tierreich. Warum seine Haut rau ist, fand man erst in den 1980er-Jahren heraus. Winzige Risse helfen dem Tier, durch die Schwimmbewegung verursachte Turbulenzen zu vermeiden. Durch die Risse kommt es zur sogenannten laminaren Strömung, in der sich die Flüssigkeitspartikel gleichmäßig parallel bewegen – und so den Reibungswiderstand senken.

Das neu entdeckte Geheimnis der Haihaut brachte rasch eine ganze Reihe von Wissenschaftlern und Unternehmen auf die Idee, die Struktur für andere Zwecke zu nutzen. Beispielsweise Flugzeuge in eine Folie zu hüllen, die wie im Wasser die Turbulenzen schmälert und so Kerosin spart. Doch sie scheiterten immer wieder, denn die Folie muss leicht sein, trotzdem extreme Temperaturen und hohen Luftwiderstand aushalten und zugleich leicht aufzutragen sein.