Die Konjunkturentwicklung ist jetzt entscheidend

Der deutsche Markt für Industrie- und Logistikimmobilien verzeichnete 2024 einen Rückgang des Flächenumsatzes. Insgesamt wurden 2024 rund 4,9 Millionen Quadratmeter Fläche umgesetzt, was einem Minus von acht Prozent gegenüber 2023 entspricht. Da der Rückgang jedoch bereits deutlich moderater ausfiel als im Vorjahr, ist das kein Grund zur Besorgnis. Vielmehr zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Insbesondere das vierte Quartal zeigte mit einem Flächenumsatz von 1,3 Millionen Quadratmetern eine leicht positive Entwicklung. Er lag damit über den beiden Vorquartalen und in etwa auf dem Niveau des ersten Quartals.

Rainer Koepke

Darüber hinaus blieben viele zentrale Kennzahlen des Logistikmarktes 2024 weitgehend stabil. So waren die Anteile von Neubauten, Eigennutzern und den verschiedenen Branchen am Flächenumsatz nahezu unverändert. Jeweils knapp ein Drittel des Flächenumsatzes entfiel auf Handelsunternehmen, Produktionsunternehmen sowie Transport- und Logistikunternehmen. Der Anteil der Eigennutzer liegt 2024 bei 26 Prozent.

Größeres Angebot in Mitteldeutschland

Nachdem die Leerstandsquoten in Deutschland fast flächendeckend gegen null tendierten, bewegen sie sich nun vor allem bei spekulativ errichteten Neubauten auf einem leicht erhöhten Niveau. So ist die Quote im Big-Box-Bereich um 90 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent im Jahr 2024 gestiegen – ein trotz des Anstiegs weiterhin vergleichsweise niedriger Wert. Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede: Während in Süd- und Südwestdeutschland das Angebot sehr knapp ist, nimmt es in Mitteldeutschland und Berlin deutlich zu. Diese Entwicklung bringt wieder Dynamik in den Vermietungsmarkt und eröffnet den Mietern eine größere Auswahl. Je nach Region entstehen Mieter- oder Vermietermärkte, abhängig von der zeitnah verfügbaren Angebotssituation. In Märkten wie Bremen und Mitteldeutschland hat der höhere Leerstand zu einem leichten Rückgang der Mietpreise geführt. Diese sinkenden Angebotsmieten könnten sich zusätzlich positiv auf den Nutzermarkt auswirken. In den Top-5-Märkten ist die Nachfrage jedoch ungebrochen hoch, sodass die Mieten weiter steigen: Im Durchschnitt stieg dort die Spitzenmiete 2024 um 4,5 Prozent auf 8,79 Euro pro Quadratmeter und Monat. Die flächengewichtete Durchschnittsmiete der Top-5-Märkte legte derweil um 1,9 Prozent auf 7,50 Euro pro Quadratmeter im Monat zu.

Ausblick auf die kommenden Monate

Der Flächenumsatz im Jahr 2025 hängt in erster Linie von der konjunkturellen Entwicklung ab. Auch politische Weichenstellungen nach der Bundestagswahl könnten die Marktdynamik beeinflussen. Sobald sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen verbessern, dürfte der Flächenumsatz rasch anziehen. Zwar haben viele Unternehmen aufgrund der aktuellen konjunkturellen Unsicherheiten ihre Umzugspläne zurückgestellt, ihre strategischen Planungen im Logistikbereich jedoch nicht gestoppt. Insbesondere im klassischen Handel gibt es noch zahlreiche ältere Logistikimmobilien, die weder den modernen technischen Anforderungen noch den aktuellen ESG-Standards entsprechen. Mittelfristig ist daher mit Umzügen in moderne Objekte oder Neubauten zu rechnen. Ob der Flächenumsatz tatsächlich steigt, hängt letztlich entscheidend von der weiteren konjunkturellen Entwicklung ab.

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