Die Evolution der Logistikimmobilie als Infrastrukturimmobilie

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir deutlich nachhaltiger mit Ressourcen umgehen müssen. Logistikimmobilien können in einer visionären Weiterentwicklung weitere Funktionen aufnehmen und dabei die Versiegelung von Grund und Boden minimieren.

  1. Distribution als Lebensader der Wirtschaft: Die Distribution von Gütern wird als klassischer Kernauftrag einer Logistikimmobilie auch weiterhin prägendes Merkmal sein, wobei der Bedarf eher noch zunehmen wird.
  2. Massenhaft Solarstrom zur Umsetzung der Energiewende: Das Potenzial für Fotovoltaik auf den Logistikdächern und sogar Fassaden ist enorm. Die Produktion von Solarstrom wird weiterhin an Relevanz zunehmen und zum Regelfall werden.
  3. Durch zusätzliche Windkraftanlagen werden Logistikimmobilien zu Kraftwerken: Logistikimmobilien spielen bei Windkraft bislang kaum eine Rolle. Aufgrund ihrer langen und hohen Fassaden können sie die Bedeutung der Logistikimmobilie als Kraftwerk allerdings steigern, indem sie die an den Fassaden entstehenden Aufwinde durch neuartige Walzen-Anlagen auffangen und in Strom umwandeln. Die PV-Anlagen auf dem Dach werden dabei kaum beeinträchtigt.
  4. Batteriespeicherung als Lösung des „Grundlastdilemmas“: Sonne oder Wind können nicht jeden Tag rund um die Uhr die im Netz benötigte Energie erzeugen. Batteriespeicher lösen dieses Problem, sobald die Stromproduktion vollständig regenerativ erfolgt. Keine Anlage muss mehr still stehen, da die Aufnahmekapazität der Netze erschöpft ist. Überschüssige Energie wird direkt gespeichert und Stromverluste durch lange Leitungswege vermieden.
  5. Wasserstoffproduktion als Eckstein zur Umsetzung des „Green Deal“: Politik und Unternehmen streben eine nachhaltige Produktion sowie emissionsfrei Fortbewegung an. Der Einsatz von grünem Wasserstoff ist dabei wesentlicher Hebel. Bei der Herstellung wird jedoch viel Energie benötigt und Abwärme erzeugt. Es bietet sich an, die Energieproduktion auf Logistikimmobilien direkt mit Wasserstoffproduktion zu kombinieren, da hier die Herstellung unmittelbar auf Abnehmer trifft.
  6. Logistikanlagen als Mobilfunkantennen stopfen die Löcher in der Breitbandversorgung: Mittelfristig wird die Güterdistribution autonom erfolgen. Diese ist jedoch sehr datenintensiv und Deutschland ist ungenügend darauf vorbereitet. Der Ausbau von Glasfaser ist sehr tiefbaulastig und damit langsam und teuer. Schneller und wirkungsvoller ist der Ausbau von modernen Mobilfunktechnologien, wobei geeignete Antennenstandorte der limitierende Faktor ist. Die Standorte von Logistikimmobilien bieten sich hierzu an.
  7. Logistikimmobilien für Bits und Bytes – Rechenzentren dringend benötigt: Der Bedarf an Rechenzentren steigt zunehmend. Die hierfür benötigten Grundstücke ähneln denen der Logistikimmobilie frappierend. Die Problemlagen allerdings auch. Besonders Grundstücke und Stromkapazitäten sind bei beiden Nutzungen Mangelware. Ein Grund mehr, beide Nutzungsarten zu kombinieren und die vor Ort produzierte Energie zu verwenden und die Flächenversiegelung zu reduzieren.
  8. Wärmeenergie dringend benötigte Ressource statt Abfallprodukt: Wärmeenergie aus Industrie und Produktion ist häufig noch ein Abfallprodukt. Die drohende „Gas-Mangellage“ hat vergangenes Jahr jedoch gezeigt, dass dringend Alternativen zu bisherigen Konzepten benötigt werden. Daher gilt es, die Wärmeenergie durch Nah- und Fernwärmekonzepte besser auszunutzen. Sofern die Wasserstoffproduktion durch Elektrolyseure bei Logistikanlagen anzutreffen ist, kann die Abwärme dieser Anlagen direkt mitgeplant und zur Versorgung des umgebenden Quartiers genutzt wird. Gleiches gilt für Rechenzentren.

Die finale Evolutionsstufe in der Kombination von Nutzungen ist dann eine Infrastrukturimmobilie, die weitaus mehr leistet als nur die Distribution des Güterflusses. Statt an vielen verschiedenen Standorten einzelne Infrastrukturen zu errichten, werden diese am Standort der Logistikimmobilie gebündelt.

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