Das ist jetzt das letzte Kapitel in meinem Leben

Der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp zeigt sich in einem bemerkenswert offenen Interview ungewohnt persönlich – und bricht mit seinem Image als unbeirrbarer Unternehmer. Er spricht erstmals ausführlich über seinen Suizidversuch und die Zeit danach, die von Selbstzweifeln und innerer Leere geprägt war. Auslöser sei vor allem der Rückzug aus dem Unternehmen gewesen, dem er jahrzehntelang alles untergeordnet hatte. Plötzlich habe er das Gefühl gehabt, nicht mehr gebraucht zu werden und an Bedeutung zu verlieren. Gleichzeitig beschreibt Grupp, wie schwer es ihm fiel, zwischen Unternehmerrolle und Privatleben zu unterscheiden – ein Konflikt, der ihn über Jahrzehnte begleitet hat.

Doch das Interview ist mehr als nur ein persönliches Bekenntnis: Es ist auch eine Reflexion über Verantwortung, Lebensleistung und den Umgang mit dem eigenen Lebenswerk. Grupp macht deutlich, wie stark seine Identität mit Trigema verknüpft war – und wie herausfordernd es ist, nach der Übergabe des Unternehmens einen neuen Platz im Leben zu finden. Zugleich zeigt er sich heute reflektierter und betont, dass er aus der Krise gelernt habe und wieder nach vorne blicke. Seine Offenheit soll auch anderen Mut machen, über psychische Belastungen zu sprechen. Damit erhält das Gespräch eine gesellschaftliche Dimension, die über die Person Grupp hinausweist. Es zeichnet das Bild eines Unternehmers, der trotz jahrzehntelanger Kontrolle und Disziplin an einen Punkt kam, an dem er sich selbst neu orientieren musste. Das Interview wird so zu einer eindringlichen Geschichte über Erfolg, Verlust von Sinn und die Suche nach neuer Stabilität.

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Bild: © Wolfgang Grupp in der Hauskapelle seiner Burladinger Villa. Foto: Annette Cardinale