Chief Restructuring Officer: Gesellschafter entdecken die Krisenmanager für sich

Ein externer Chief Restructuring Officer (CRO) galt Gesellschaftern lange als ungeliebte „Banken-Lösung“. Doch Transformationsdruck und komplexe Sanierungsprogramme lassen sie umdenken. Entscheidend für den Erfolg: klare Mandate, definierte Verantwortlichkeiten – und das richtige Verständnis der aktiven Eigentümerrolle.

Restrukturierungen werden komplexer – und zeitaufwändiger. Verschachtelte Gesellschafterstrukturen bremsen Entscheidungen. Mehrschichtige Finanzierungsarrangements erschweren Lösungen. Global vernetzte Geschäftsmodelle erhöhen die Abhängigkeiten. Hinzu kommen wachsende Finanzierungsvolumina und verschärfte Bankenanforderungen, die den Druck erhöhen. In unserer aktuellen Restrukturierungsstudie berichten 62 Prozent der befragten Experten von deutlich längeren Sanierungsprozessen.

Lange setzten Gesellschafter in Krisen auf eigene operative Einflussnahme und die Qualitäten des bestehenden Managements. Ein von Banken vorgeschlagener externer CRO war für sie allerhöchstens eine Second-Best-Lösung. Doch inzwischen erkennen sie die verschärfte Lage – und die Kompetenzlücke im eigenen Unternehmen. Es fehlen krisenerfahrene Führungskräfte, weil eine ganze Managergeneration fast ausschließlich lange Wachstumsphasen kennt.

Externe Power

Die Praxis zeigt: Ein krisenerprobter und führungsstarker CRO wird im Zusammenspiel mit einem erfahrenen Beraterteam zum Erfolgsgaranten für die Maximierung des Shareholder Value und kann gezielt die Interessen der Gesellschafter vertreten. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Objektivität und Unabhängigkeit: Der externe Restrukturierungsexperte bringt die nötige Distanz mit, um Strukturen, Geschäftsmodell und Entscheidungsprozesse konsequent zu hinterfragen – auch im Sinne der Gesellschafter, die oft nicht im operativen Geschäft involviert sind.
  • Durchsetzung der Eigentümerinteressen: Der CRO agiert als Vermittler zwischen Gesellschaftern und Geschäftsführung und vertritt die Interessen der Gesellschafter gegenüber anderen Stakeholdern wie Banken und Betriebsrat.
  • Haftungsschutz: Er übernimmt die persönliche Haftung. Gesellschafter sind entlastet. Risiken werden gezielt minimiert.
  • Messbare Wertsteigerung: Erfolgreiche CRO-Mandate liefern Ergebnisse – schnellere Aktienkurs-Erholung und Outperformance beim Total Shareholder Return.

Das Verhältnis zwischen Gesellschafter und Geschäftsführung ist in Krisensituationen oft angespannt. Der CRO bringt als dritte Instanz Neutralität und vermittelt zwischen unterschiedlichen Interessen. Voraussetzung: Klare Mandate und offene Kommunikation, um Konflikte zu vermeiden und schnelle Entscheidungen zu ermöglichen.

Das richtige Profil entscheidet

Reibungen und Konflikte lassen sich minimieren, wenn die Verantwortlichkeiten des CROs vor Mandatsbeginn klar definiert werden. Typische Handlungsfelder des externen Krisenmanagers sind:

  • Liquidität sichern: Eigenkapital der Eigentümer schützen
  • Stakeholder-Kommunikation orchestrieren: Interessen der Eigentümer mit denen anderer Gruppen balancieren
  • Operative Restrukturierung steuern: Transparenz schaffen und eine belastbare Planung vorlegen
  • Strategische Neuausrichtung definieren: Basis für zukünftiges Wachstum und nachhaltige Wertsteigerung schaffen

Entscheidend ist: Das CRO-Mandat muss klar benannt und von anderen Managementpositionen abgegrenzt werden.

Eigentümer sollten bei der Auswahl des extenen Kandidaten aktiv mitentscheiden. Zeit ist in der Krise knapp. Fachliche und menschliche Eignung sind gleichermaßen wichtig. Führungsstil, Werte und Arbeitsmethodik müssen zu den Gesellschaftern und zum Unternehmen passen. Sie entscheiden über Erfolg oder Scheitern. Tiefe Branchenexpertise ist nicht zwingend erforderlich. Ein erfahrener CRO bringt Best Practices aus verschiedenen Industrien mit. Fehlt diese Passung, droht Widerstand – von Management, Belegschaft oder Stakeholdern. Dann scheitert die Sanierung, bevor sie richtig beginnt.

Eine Win-win-Situation

Zwei weitere Aufgaben kommen auf Eigentümer zu, um den Einsatz eines externen Managers bestmöglich zu begleiten. Erstens gilt es, die Leistung von Führungskraft und Team durch kontinuierliches Performance-Monitoring regelmäßig zu überprüfen, denn ohne diese Kontrolle lässt sich Erfolg kaum sicherstellen. Zweitens benötigt der CRO offene Kommunikation und aktive Unterstützung durch die Gesellschafter – klare Erwartungen, regelmäßiger Austausch und der notwendige Rückhalt für schwierige Entscheidungen sind dabei unverzichtbar. Fehlt diese Unterstützung, verliert selbst der beste CRO an Schlagkraft.

Ein exzellenter CRO ist in Kombination mit einem erfahrenen Beratungsteam der wirksamste Hebel, um Unternehmen in komplexen Restrukturierungssituationen zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. Er vermittelt nicht nur, er setzt durch. Das Ergebnis: nachhaltige Wertsteigerung für Unternehmen und Gesellschafter gleichermaßen.