Noch können sich Käufer und Verkäufer oft nicht über ein passendes Preisniveau verständigen. Entsprechend ist das Investitionsvolumen bei Büroimmobilien vom ersten Halbjahr 2022 zum ersten Halbjahr 2023 um knapp 80% eingebrochen.
Der Verkaufsdruck wird steigen
Dies dürfte sich aber bald ändern. Der Verkaufsdruck wird bei zahlreichen Marktteilnehmern im kommenden Jahr deutlich steigen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Sie können von bisher aufgeschobenen Bewertungskorrekturen, die einen Bruch der LTV-Covenants auslösen und Eigenkapitalnachschusspflichten nach sich ziehen, über Liquiditätsbedarf im Zuge von anstehenden Refinanzierungen bis hin zu Mittelabflüssen bei offenen Fondsstrukturen reichen. Davon betroffene Eigentümer könnten zum Verkauf gezwungen sein und Preisabschläge insbesondere für Objekte akzeptieren, die länger im Bestand gehalten wurden und trotz Preiskorrektur über historischen Anschaffungswerten oder gar über Buchwerten liegen.
Transformationsobjekte und A-Lagen bieten Chancen
Demgegenüber steht eine wohl auch mindestens im nächsten Jahr noch verhaltene Nachfrage nach Immobilieninvestments. Attraktive Alternativen auf der Fixed- Income-Seite und schmerzhafte Erfahrungen im aktuellen Umfeld werden dazu führen, dass manche Investoren bei Rückkehr auf die Käuferseite Vorsicht walten lassen.
Jetzt sind Anleger am Zug, die „kaufen, wenn die Kanonen donnern”. Insbesondere bei nicht ESG-konformen, unrenovierten und älteren Immobilien werden signifikante Abschläge zu sehen sein. Gut kapitalisierte Anleger mit Kompetenz in der Revitalisierung und Dekarbonisierung von Immobilien können hier sehr gute Einstiegsmöglichkeiten finden. Ebenso werden Objekte in bevorzugten Lagen wieder mehr gehandelt werden, die in Boomzeiten nur zu sehr hohen Preisen auf dem Markt waren. Spezialisierte Investoren werden einen gezielten Wiedereinstieg in den Investmentmarkt im Laufe des Jahres 2024 in Erwägung ziehen.